Der Templerorden in Böhmen und Mähren

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Mgr. Jana Uhlířová

Historie des Templerordens in Europa, Böhmen und Mähren

Vorwort

Durch Zufall kamen mir zwei Bücher in die Hand: „Osudy zlatých pokladů“ von Milan Vároš / einer von den Kapiteln behandelte den sagenhaften Schatz der Templer und den Orden selbst / und „ Dějiny templářského řádu „ von Mervyn Sterneck. Das Schicksal der Templer fesselte mich so sehr, dass ich über sie mehr erfahren wollte und zugleich die Ansichten der einzelnen Autoren über die ganze Geschichte des Ordens von seiner Gründung im Jahre 1119 bis zur Auflösung im Jahre 1312 zu vergleichen. Aus diesem Grund bearbeitete ich dieses Thema in meiner Bakkalaureatsarbeit, die ich „Der Ruhm und das Ende des Templerordens„ nannte. Ich konzentrierte mich auf Aufschwung und Ende des Ordens der Templer in Europa und im Heiligen Land. Beim Suchen der vielen Informationen und beim Studium der verschiedenen Materialien stellte ich fest, dass die Templer ihre Spuren auch in der Historie Böhmens und Mährens hinterließen. Ich entschied mich also dieses Thema weiter in meiner Diplomarbeit zu bearbeiten und zu erweitern.

Das Ziel meiner Arbeit ist also die ganze Geschichte des Templerordens in Westeuropa, Böhmen und Mähren kurz zu beschreiben. Ich will feststellen, welche Hauptgründe es waren, die zur Aufhebung des Ordens führten und wer der Hauptanteil an der Auflößung der Templerritter hatte. Was mich weiter interessiert und womit will ich mich in meiner Diplomarbeit noch beschäftigen, ist der Anteil der Ritter des Temples an der Politik und der Wirtschaft in Böhmen und Mähren.

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1. Die Anfänge der Entstehung des Templerordens

1.1 Was am Anfang war

Das genaue Jahr der Gründung des Templerordens können die Historiker nicht mit Sicherheit bestimmen. Mervyn Sterneck gibt in seinem Buch „Dějiny templářského řádu“ als vermutliches Datum der Gründung die Jahre 1118 und 1119 an. Aber als der meist akzeptable scheint ihm das Jahr 1120, denn, wie er schreibt, kam es in der Osterzeit 1119 zu einem gro3en Überfall der Pilger bei Jerusalem. Und das konnte der entscheidende Anlaß zur Gründung des Ordens im Januar 1120 in Nabulus sein.

„ Über die Anfänge der Templer wissen wir nur wenig: die genauesten Berichte sind lange Zeit nach der Gründung des ersten geistlichen Ritterordens der Christenheit verfaßt worden. Gewöhnlich wird Wilhelm von Tyrus zitiert:

Im selben Jahr /1118/ begaben sich einige edle Ritter, die voll Verehrung Gottes, gläubig und gottesfürchtig waren, in die Hand des Heren Patriarchem der Kirche und gelobten, für immer nach der Ordensregel der Kanoniker leben zu wollen, Keuschheit und Gehorsam zu wahren und jeden Besitz abzulehnen. Die vornehmsten und wichtigsten waren zwei ehrwürdige Männer,

Hugo von Payns und Gottfried von Saint-Omer…….. „

/Alain Demurger, Die Templer, Seite 17 /

Was wir aber genau sagen können ist, dass in der Zeit, als das christliche Europa die Kreuzzüge gegen die moslemische Welt in Kleinasien führte, ein Orden entstand, der am Anfang seiner Existenz als Miliz und im Laufe der Zeit dann als Heer der christlichen Staaten auftrat. In dieser Zeit soll Hugues de Paynes zusammen mit acht weiteren Rittern dem Patriarchen Warmund aus Piciquigny Gehorsam geschworen haben. Durch dieses Versprechen verpflichteten sie sich zu einem Leben nach christlichen Geboten in Armut und Reinheit und zum Schutz der christlichen Pilger, die durch das Heilige Land pilgerten.

In jedem Fall entstand in diesem Zeitabschnitt von drei Jahren zuerst ein komplett militärisch orientierter Orden, der sich erst später auch karitativen Tätigkeiten widmete. Diese blieben aber die ganze Zeit der Existenz dieses Ordens über am Rande ihrer Aktivitäten.

1.2 Die Gründer des Ordens

Bei der Gründung des Ordens waren am Anfang 8 Ritter dabei, die das Versprechen der Armut, Reinheit, Gottestreue und des Pilgerschutzes in der Weihnachtszeit 1119 ablegten. Die Zusammensetzung des Ordens blieb ohne Veränderung bis zum Jahre 1125. In diesem Jahr schloß sich auch Graf Hugues de Champagne an, der zugleich zum ersten Großmeister ernannt wurde. Die ersten Ritter waren:1

nach Sterneck:

  • Hugo de Payns

  • Godefroy de Saint-Omer

  • Payen de Montdésir

  • Godeffroy Bisol

  • Archambaud de Saint-Agnan

  • Goudemar de Montbard

  • André de Montbard

  • Rossal

nach Šedivý:

  • Hugo aus Payens

  • Godefroy aus St Omer

  • Hugo I. Graf aus Champagne

  • André aus Monbard

  • Archambaud aus Saint-Aignan

  • Nivard aus Mondidier

  • Godemar

  • Rossal

1.3 Die Gründe für die Bildung und der erste Sitz des Ordens

Der Hauptanlass zur Bildung dieses Ordens, der sich am Anfang als „Miliz der armen Ritter Christi“ bezeichnet hat, waren die ständigen Überfälle der moslemischen Nachbarn auf Pilgerkarawanen im Heiligen Land. Die acht gottestreuen Ritter gaben dem Patriarchen ein Versprechen, das in Mönchsgemeinschaften damals nicht ungewöhnlich war. Sie verpflichteten sich, den Weg zwischen der Hafenstadt Jaffa2 und Jerusalem zu schützen. Dieser Reiseweg war für die Pilger ein zweitägiges Wandern durch trockene Wüsten und über gefährliche Bergpfade. Auf diesem Wege lauerten auf die Reisenden, die vor allem alt und wehrlos waren, die unterschiedlichsten Gefahren. Einerseits Räuber, Wegelagerer und das moslemische Heer, die Wege und Brunnen unsicher machten und anderseits Wildtiere und eine unwirtliche Umgebung. Die Pilger brauchten einen ständigen Schutz. Diesen fanden sie bei den Templern. Der Weg, den die Ritter bewachten war der sicherste, der nach Jerusalem führte.

Unter dem Namen „ Die armen Soldaten Jesus Christi“ begannen sie ihre militärischen Aktivitäten zu entwickeln. Sehr rasch stellten sie eine Versorgungs- und Unterstützungsinfrastruktur für alle europäischen Nationen dar. Man kann sagen, dass die Ritter die erste überregionalle Gesellschaft gründeten.

Am Anfang verbreitete sich der Orden in Frankreich, weil seine Gründungsmitglieder von hier stammten. Hugues de Payns ernannte bald einen Nationalminister der Templer für Frankreich und legte damit den Grundstein für eine internationale Beamtenstruktur. In einer weiteren Phase besuchte er Schottland und England, wo er Grundstücke erhielt und es meldeten sich auch Freiwillige für den Ordenseintritt. Im Jahre 1128 oder 1129 gründeten sie die Londoner Templer. Die englische Linie des Ordens begann sehr gut unter der Herrschaft König Stephans, der den Thron im Jahre 1135 bestieg, zu prosperieren.

Im Jahre 1130 entstand der Orden auch auf der Pyrenäischen Halbinsel. In Italien entstand der Orden wegen der zersplitterten politischen Struktur langsamer. Entlang der Küste existierte aber eine Reihe von Hafenstädten, in denen sich die Kreuzzügler, Geschäftsleute und Pilger in das Heilige Land einschifften. In allen diesen Städten gründete der Orden eine Vertretung.

Die ersten Templer trennten die Bande mit ihren Heimatländern und begannen ihre Aktivitäten in Pikardien, in der Champagne, in Burgund, Spanien, auf den Britischen Inseln, in der Lombardei ,in deutschen Territorien einschließlich Böhmen, Mähren, Schlesien und Polen, zu entwickeln. Die kirchliche Welt teilten sie in 5 Provinzen im Orient und in 12 in der christlichen Hemisphäre.

Der König von Jerusalem Balduin III.übernahm über den neuentstandenen Orden die Patenschaft und schenkte ihm einen Teil des Palastes. Nach historischen Quellen soll es sich um die Moschee Kubbat as-Sachra gehandelt haben, die an dem Ort des ehemaligen Salomontempels stand. Später übernahmen sie auch die Nachbarmoschee al-Aksá.

Der erste Sitz der Ritter war daher wahrscheinlich der Grund zu seiner Namensgebung „Pauperes commitiones Christi templique Salomonici „ - Orden der armen Ritter Christi und des Tempels Salomon. Dieser Name war aber zu lang und deshalb begann man eine kürzere Version zu benutzen, die Ritter des Tempeldoms, später wurden die Templer daraus.

1.4 Die ersten Templer

Die Zahl der Ritter, die bereit waren in den Orden einzutreten, wuchs im Laufe der Zeit von den 9 Gründungsmitgliedern auf 300, wobei sie 3000 Fußbrüder kommandierten. Während eines halben Jahrhunderts hatte der Orden fünf bis sechs Tausend Ritter und etwa zehnmal mehr Fußtruppen, die sich auf zwei Kontinenten befanden. Man behauptet, dass im Orden auf dem Gipfel seiner Macht und Ruhmes fast 300 000 Männer zu den Waffen greifen konnten.

Es entstand ein Orden, dessen Mitglieder den Eid der Armut, der Keuschheit, des Gehorsams und der Gottestreue ablegten. Sie verpflichteten sich auch zum Schutz der Pilger auf ihrem Weg nach Jerusalem, zum Kampf gegen die Ungläubigen und zur Erhaltung des Heiligen Landes in christlichen Händen. Zugleich wollten die ersten Ritter auf diese Weise auch ihre Seligkeit sichern. In dem neu entstandenden Orden verbanden sich zwei ganz entgegengesetzte und eigentlich unverträgliche Schichten – Krieger und Mönche. Früher war es unvorstellbar, dass die Mönche an einem „gottgefälligen“ Töten teilnahmen. In Europa existierte zwar schon 6 Jahre vor der Gründung des Templerordens der Johannitenorden3, der aber eine Organisation mit ganz anderer Zielsetzung war. Das Hauptanliegen dieses Ordens war die Sorge um die Kranken, Armen, keineswegs der Kampf. Die ganze Zeit wirkte er als geistlich-medizinisch-militärischer Orden. Die Templer, zum Unterschied von den Johannitern, bewahrten sich mehr den Charakter eines militärisch-geistlichen Ordens. Aus mordenden Kriegern wurden so gefeierte Kämpfer des Glaubens.

„……. Der Ritter des Christus tötet im Vollbewusstsein und stirbt ruhig. Durch seinen Tot erwirbt er sich seine Erlösung, durch das Töten arbeitet er für Christus. Zum Tod gelangen oder den Tod im Namen Christi verschenken, ist nicht verschieden, sondern verdient großen Ruhm. Selbstverständlich sollte der Mensch, Heiden und auch andere Leute nicht töten, wenn es ein anderes Mittel gäbe, dass sie von ihren Überfällen abhält und zu verhindern das Gläubige drangsaliert werden

/Mervyn Sterneck, Dějiny templářského řádu, Seite 37/

Die Anfänge der Existenz des Ordens waren nicht einfach. Nur sehr wenige glaubten, dass Gott auch Krieger dienen können. Viele Leute konnten sich in diesen neuen Ritterorden nicht hineinfinden. Dazu hat auch die Tatsache beigetragen, dass einige höhere kirchliche Würdenträger meinten, dass es sich um scheußliche Ideen handelt. Es dauerte fast 20 Jahre, bis sich der Orden unter den Leuten Achtung erwarb.

2. Die Charakteristik des Ordens

„Mitglied der Templerritter wurde man entweder für das ganze Leben oder vertraglich nur für eine bestimmte Zeit / milites ad terminum /, die nach deren Ablauf verlängert werden konnte. Die einzelne Aufnahmezeremonie spielte sich in der Nacht oder zeitig am Morgen ab /nach dem Muster der Antikinitiation /, im Saal, der nahe der Ordenskirche war.“

/ Mervyn Sterneck, Dějiny templářského řádu, Seite 102/

Die innere Struktur des Templervolkes hatte die gleiche Aufbaustruktur wie die damalige Feudalgesellschaft. Alain Demurger bezeichnet das als trifunktionales Schema: es waren diejenigen, die kämpften / Ritter und dienende Brüder /, diejenigen, die beteten / Kapläne - Priester /, diejenigen, die arbeiteten / sarjanz de mestier /.

Die Kämpfer, die sich auf Ritter und dienende Brüder aufteilten, unterschieden sich durch Pferd, Tracht und Bewaffnung.

Während der folgenden Jahre breitete sich die Sage über die unerschrockenen Kämpfer des Templerordens auch in anderen europäischen Ländern aus und es begannen sich neue Bewerber zu melden. Die Gründe, die die Ritter zum Ordenseintritt führten, waren verschieden. Erstens konnte es das Streben nach Geltung sein. Der Orden bot dazu eine einzigartige Möglichkeit. Die Templerwürdenträger wurden nämlich im Laufe der Zeit zu den bedeutendsten Persönlichkeiten, die sehr oft ein großes Vermögen erwarben. Der Orden bot noch dazu fast die gleichen Karrieremöglichkeiten wie die Kirche selbst. Man muss sagen, dass dies ein großes „Lockmittel“ für manche sein konnte. Zweitens waren die Bewerber zum Ordenseintritt aus verschiedenen Adelsfamilien. Es waren vor allem die zweitgeborenen Söhne, die auf diese Weise Karriere und Unterhalt suchten. Das Familieneigentum fiel dem erstgeborenen Sohn zu. Drittens gab es unter ihnen auch Männer, die nur schnell reich werden wollten oder diejenigen die nur Abenteurer waren und fremde Länder kennen lernen wollten. Viertens konnten es auch ganz romantische Gründe sein. Man sagt, dass Hugo de Champagne, der bei der Gründung des Templerordens an der ersten Stelle stand, in den Orden eintrat, nachdem er seine ungetreue Frau verstoßen hatte, und dass der zehnte Großmeister Gérard de Ridefort dank unglücklicher Liebe Mitglied des Ordens wurde. Fünftens traten in den Orden aber auch die ein, die vor der Gerechtigkeit in ihrem eigenen Land fliehen mussten.

Alle diese Umstände führten zu der Notwendigkeit einer Neufassung der Ordensstatuten. Um Hilfe bei der Ausarbeitung der Neufassung wurde Abt Bernard von Clairvaux4 gebeten. Ein katholischer Denker, der in seiner Zeit ein Theologe von großem Einflu3 und von großem politischen Engagement war. An dieser Stelle ist es wichtig zu sagen, dass die ersten Templer eine Krise in den 20-er Jahren des 12. Jahrhunderts durchmachten. Unter den kirchlichen Würdenträgern waren viele, die die Entstehung eines neuen Ordens als verdächtig empfanden. Warum schließen sie sich nicht einer überprüften Kommunität an? Warum sollen diejenigen kämpfen, die beten sollten? Das waren die häufigsten Fragen, die die Führer der Ritter beantworten mussten. Dem ersten Templermeister Hugo von Payns gelang es, einen der hervorragendsten Advokaten zu finden: Bernard von Clairvaux. Bernard glaubte, dass diese Ritter gegen das Böse kämpfen und dadurch das Heilige Land reinigen. Auf sein Verlangen trat im Jahre 1128 in Troyes5 ein Konzil zusammen, bei dem er die neue Fassung der Ordensstatuten – die Kongregation – vorlegte. Die Kongregation umfaßte 72 Absätze und betraf vor allem militärische Funktionen, die Organisationshierarchie und das praktische Benehmen der Ordensangehörigen. Im Laufe der Zeit wuchs die Kongregation auf 686 Absätze. In diesem Dokument bestimmte der Papst für die Templer einen typischen Anzug, ein einfaches weißes Gewand, auf das noch im Jahre 1147 das rote Kreuz dazukam6. Es dauerte lange 10 Jahre, bevor die Templer vom Papst anerkannt wurden.

Im Jahre 1139, am 29. März gab der Papst Innozenz II. die Bulle „Omne datum optium“ heraus, im Laufe der Zeit wurden Ergänzungen hinzugefügt, die die Ordensprivilegien, Vorrechte und Exemtionen7 zusammengefasst und geformt hat. Wahrscheinlich ein Jahr später wurde sie auch ins Französische übersetzt. 8 Die Verfügungen der Bulle aus dem Jahre 1139 erweiterte im Jahre 1145 die Bulle „Militia Dei“, die dem Orden ermöglichte, seine eigenen Kirchen und Friedhöfe zu besitzen.

Anfangs konnten nur freie Männer, die adeliger Herkunft waren Mitglieder des Ordens sein. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde es durch den Mangel an Neubewerbern anders. Im Laufe der Zeit sind auf den verschiedenen Schlachtfeldern so viele Ritter ums Leben gekommen, dass die Ordensvorsitzenden bei der Ordensaufnahme mehrmals ein Auge zugedrückt haben / und auf diese Weise fanden unter den Templern auch Verbrecher ihr Asyl /.

„….. musste der Bewerber, wenn er sich vorstellte und um seine Aufnahme in den Tempel bat, angeben, ob er als Ritter oder dienender Brüder eintreten wollte. Zwei Bedingungen waren gefordert, um Ritterbruder zu werden: man musste zuvor die Schwertlilie empfangen haben, und man musste Sohn eines Ritters oder zumindestens Nachkommen eines Ritter in männlicher Linie sein. Die Aufnahme als Tempelritter wurde ein Privileg.“

/Alain Demurger, Die Templer, Seite 77 /

Die Templer, wie schon am Anfang erwähnt wurde, mussten das Gelübde der Reinheit, der Armut und des Gehorsames ablegen und streng die Ordensregeln einhalten. Die ersten Ritter hielten ihre Ordensmitgliedschaft für eine Art Vision - dem Christentum und Gott zu dienen. Die meisten Historiker sind der gleichen Meinung, dass die neun Gründer Idealisten waren, die der Mystik der Kreuzzüge erlagen.

2.1 Die Ordensstruktur

In den ersten Jahren der Existenz des Ordens war die organisatorische Gliederung des Ordens sehr einfach: Hugo von Payns war Meister und der Rest der Männer Brüder. Alain Demurger schreibt in seinem Buch „Die Templer“, dass es die ersten Erfolge waren, die den Orden dazu zwangen, sich mehr Gedanken zu machen, denn seine Schlagkraft hing von einer guten Organisation ab. Weiters führt er in seinem Buch an, dass der Ordensaufbau seine dauerhafte Gestalt unter der Führung des Templermeisters Robert von Craon/ 1136/37-1149 / erlangte.

Im Laufe der Zeit wurde der Orden eine sehr gut organisierte und funktionierende Einheit, wo jedem seiner Mitglieder eine Rolle zugeteilt wurde. Viele Historiker bezeichnen die Templer als erste professionelle Armee in Europa seit der Zeit des antiken Roms. Diese Bezeichnung ist sicher nicht übertrieben.

Der Orden teilte seine Brüder in drei Grundkategorien, von denen in der ertsen Kategorie den Kern der Organisation die Brüder Ritter wurden, die adeliger Herkunft waren /lat. fratres milites/. Nur von diesen Rittern konnte ein Großmeister gewählt werden. Diese Männer hatten dann das Recht, den weißen Mantel mit einer Kapuze und aufgenähtem roten Kreuz zu tragen und drei Pferde mit einem Stallmeister zu besitzen.

Die zweite Kategorie bildeten die sogenannten dienenden Brüder /lat. fratres servientes/, die sich weiter in Brüder Sergeanten9 /fr. fréres sergents/, Brüder Waffenträger10 /lat. fratres servientes armigeri/ und Brüder Handwerker11 /lat. servientes famuli et oficii/ aufteilten. Unter diesen Brüdern waren diejenigen, die den Unteroffiziersrang hatten:

  • Der Fahnenträger – befehligte die Waffenträger und Stallmeister

  • Der Untermarschall – war für die Pferde, die Ausrüstung und Hauptstandarden des Ordens verantwortlich

  • Die Brüder mit dem Rang eines Kommandeurs – besorgten die Ordenssitze, wo keine Ritter waren.

Die dritte Kategorie bildeten die Brüder Kaplane /lat. fratres capellani/, die sich um die Kirchpflichten des Ordens kümmerten. Später entstand noch die vierte Kategorie, die die Männer aus den Reihen der Kavallerie und der Infanterie bildeten, die sogenannten Turkopoliers12. Der Kommandeur – Turkopolier13 wurde direkt den Befehlen des Großmeisters oder Seneschalls untergeordnet, die zu den höchsten Würdenträgern des Ordens gehörten.

Die höchsten Würdenträger des Ordens waren:

  • Großmeister /lat. summus magister, fr. grand maitre/

  • Seneschall / fr. sénéchal/ - politischer Berater und Vertreter des Großmeisters

  • Marschall /lat. marschalcus, fr. maréchal/ - war für die Ausrüstung und Pferde verantwortlich; seinem Befehl unterstanden in den Kriegszeiten alle dienenden Brüder und alle Kriegsleute

  • Komtur /lat. praeceptor/ - der höchste Würdenträger im Rahmen

der Ordensprovinzen

  • Komtur des Königsreichs Jerusalem – besorgte die Provinz Jerusalem; war für die Unterkunft der Ordensmitglieder verantwortlich; Verwalter des ganzen Ordensbesitzes

  • Komtur der Stadt Jerusalem – war für die Sorge um die Pilgern im Heiligen Land, um ihre Nahrung und Pferde verantwortlich

  • Prioren - besorgten größere Teile von Provinzen

  • Preceptoren – Kommandeure der einzelnen Templersitzungen

Die einzelnen Kategorien14 unterschieden sich untereinander nicht nur durch die Würden und die Pflichten, die die Brüder hatten, sondern auch durch die Anzahl von Pferden, die im Leben der Templer eine sehr wichtige Rolle spielten. Dem Thema Pferde widmet sich, im Vergleich mit anderen Autoren, Alain Demurger in seinem Buch „Die Templer“, wo er schreibt:

„Das Pferd ist bekanntlich der wichtige Teil des Ritters.“ /Jean Giraudoux, Undine,1.Akt.,2.Szene/. Eine tiefe Wahrheit, die auf den Templerorden voll und ganz zutrifft. Wenn ein Templer bei der Kavalkade disziplinlos aus der Reihe brach, wurde er im Sinne des Wortes wieder auf die Füße gestellt und /zu Fu3/ ins Lager zurückgeschickt; dort wartete er auf die angemessene Strafe /Artikel 163/.“

/Alain Demurger, Die Templer, Seite 75/

Die Anzahl der Pferde war für die Templer nicht die gleiche. Einige hatten Anspruch nur auf ein Pferd, einige auf drei bis auf vier. Es hing davon ab, was für eine Würde sie trugen. Das Pferd war also eines der Mittel, die die Hierarchie unter den einzelnen Würdenträger des Templer Ordens festlegte. Allein die hohen Würdenträger des Ordens hatten den Anspruch auf vier Pferde. Nur bei dem Großmeister war es anders. Der Großmeister des Ordens konnte noch ein turkomanisches Pferd besitzen, das eine orientalische Herkunft hatte, und wie es Alain Demurger schreibt: „…. das nervös und fragil, aber in der Schlacht unvergleichlich war.“15

2.2 Der Großmeister

Der Ritter, der an der Spitze des Ordens stand und daher sein höchster Vertreter war, benutzte den Titel Fürst und Großmeister von Gottes Gnaden. Als einziger konnte er über das gesamte Ordenseigentum verfügen, es je nach Belieben aufteilen und wertvolle Geschenke vergeben. Zu seinen Kompetenzen gehörte auch die Wahl der niedrigeren Offiziere. Ebenfalls hatte er die Möglichkeit, die besten Pferde und Rüstungen für sich selbst zu wählen. Als einziges Ordensmitglied konnte er ein persönliches Vermögen besitzen, die anderen Mitglieder mussten auf ihren gesamten Besitz verzichten oder es dem Orden übereignen. Zur Verfügung standen ihm vier Pferde und seine persönliche Begleitung, die bildeten sich aus: ein Kaplan, ein Sergeant, ein Turkopolier, ein Sekretär-Dolmetscher, ein Hufschmied, ein Koch, zwei Fußwaffenträger und zwei Ritter adeliger Herkunft.

Während der gesamten Zeit dienten an der Spitze des Ordens insgesamt 23 Großmeister. Jeder von ihnen schrieb sich in die Geschichte des Ordens durch seine unverwechselbare Art ein. Zum Beispiel der Großmeister Gerard de Ridefort, den Alain Demurger in seinem Buch „Die Templer“ als „den bösen Geist des Templerordens“ bezeichnet. Er wurde durch seine Heißblütigkeit und seinen Ehrgeiz bekannt und begann die traurig berühmte Epoche der Ordens- und Kreuzzuggeschichten. Der erste von den „Führern“ wurde im Jahre 1125 Hugo de Paynes, der letzte war Jacques de Molay. Mit seinem Tod im Jahre 1314 endete die ruhmreiche Geschichte des Ordens der Templerritter.

2.3 Die Pflichten der Ordensritter und ihr Leben

Die Eliterittergemeinschaft, wie die Templer manchmal genannt wurden, hatte strenge Pflichten. Außer ihren militärischen Pflichten waren es auch intensiven Gebete, die Waffen- und Ausrüstung instand halten, Almosen verteilen, für alte ausgediente Mitglieder Sorge tragen. Das Leben des Templerritters war auf keinen Fall einfach und nicht jeder war fähig, sich den strengen Ordensregeln anzupassen. Vor der Aufnahme wurde jedem Bewerber eine bestimmte Frist eingeräumt, in der er sich den Ordenseintritt noch einmal gut überlegen konnte. In den Orden trat man freiwillig ein aber ein Austritt war schwer bis fast unmöglich. Die Preisgabe oder Verrat von Geheimnissen des Ordens wurde sehr streng bestraft. Die Strafe für die Satzungsverletzungen war verschieden. Sie waren vom Maß des Verschuldens abhängig. Zu den milden Strafen gehörte zum Beispiel die Verurteilung, dass der Schuldige ein Jahr lang vom Boden essen musste. Die Strafe konnte auch zum Verlust des Gewandes und aller Privilegien des Ritters und sogar bis zum Ordensausschlu3 oder lebenslanger Haft führen. Der irische Großmeister William de Bachelor wurde exkommuniziert und zum Tode durch Hungern in einer kleinen Kirchenzelle verurteilt, weil er ohne Erlaubnis Ordensgründstücke verkaufte. Die Rache des Ordens gegenüber Statutenverletzungen war sehr hart und grausam.

Die Templer lebten zusammen in einem „Haus“, trugen die gleiche Kleidung, aßen zusammen, immer zwei Ritter aus einer Schale, wobei sie beim Essen Schweigen bewahren mussten. Das typische Aussehen der Ordensmitglieder war ein Ritter ohne Haare mit einem üppigen Bart. Obwohl es sich um Mönchkrieger handelte, mussten sie auch die Prinzipien der Kampfkunst beherrschen. Mehrere Stunden täglich absolvierten sie harte Waffenübungen, die noch dazu durch ihre Rüstungen erschwert wurden. Sie war so schwer, dass jede längere Bewegung ihren Inhaber erheblich erschöpfte. Zu einem Schwertschlag benötigte man eine sehr große Kraft und deshalb war die militärische Ausbildung sehr hart und anstrengend. Die Templer sollten vor körperlicher Kraft strotzen und mussten eiserne Disziplin halten. Im Kampf mussten sie die Regel des dritten Angriffs einhalten. Das hieß: dem Templer wurde verboten den Gegner anzugreifen bevor dieser nicht dreimal angriffen hatte. Sie nahmen an allen Schlachten teil, auch an denen, wo sie schon vorher wussten, dass sie verloren waren. Selbst um den Preis große Verluste 16 kämpften sie mit ihren Großmeistern weiter. Immer standen sie in den ersten Reihen und kämpften bis zum letzten Mann. Es herrschten strenge Regeln für die Kampfführung. Die Templer konnten in keinem Fall das Schlachtfeld verlassen solange ihre schwarzweiße Fahne wehte. Niemals durften die Ritter des Templerordens den Sieger um Gnade bitten oder Lösegeld abgeben. Die Templer wurden nie in Gefangenschaft genommen und wurden gleich hingerichtet. Zum Unterschied zu den anderen Gefangenen. Das war auch der Grund, warum die Templer bis zum letzen Atemzug kämpften. Was die Schärfe der Ordensregeln im Falle des Lösegelds betrifft, war es eine nicht besonders glückliche Entscheidung. Das wurde bei der Besetzung und der Eroberung Jerusalems durch Saladin17 im Jahre 1187 nachgewiesen. Damals wäre es den Templern möglich gewesen 16 000 Leute /einschlie3lich Frauen und Kinder / aus der Sklaverei loszukaufen. Obwohl sie genügend Geldmittel hatten, taten sie dieses nicht. Bei den späteren Prozessen mit dem Templerorden war dies der Popularität des Ordens abträglich.

Die Templerritter waren trotzdem mutige Leute, die keine Angst vor dem Tod hatten. Ihren Mut und ihr Kampfverhalten erfassen am besten die Wörter des Bischofs von Akkon Jakob de Vitry:

 

„ Immer die Ersten beim Angriff, die Letzten beim Rückzug. Wenn sie in die Schlacht ziehen, fragten sie niemals nach der Menge der Feinde, sondern nur, wo der Feinde steht. „

 

Durch ihre Militärdisziplin und vor allem durch ihren Mut verdienten sie sich den Respekt der Europäer, aber auch der Moslems.

Oft sind die Templer für Vorgänger einer modernen Armee und von Elite- spezialeinheiten gehalten worden. Sie waren die am besten ausgebildeten und diszipliniertesten Einheiten ihrer Zeit und nach einem unbekannten Chronisten bildeten sie in der Zeit der Kreuzzüge den glühenden Kern der französischen Armee. Sie waren Beschützer der christlichen Grenze, Diplomaten, Politiker und Kaufleute.

2.4 Die Symbole des Ordens

  • Das rote Kreuz18, das durch Papst Eugen III im Jahre 1146 den Templern gewährt wurde. Die Ritter trugen es zuerst auf der Brust und seit dem Jahr 1147 auch auf der linken Schulter, später auch auf dem Rücken.

  • Die Bekleidung der Templer. Die Ritter trugen weiße, die Sergeanten blaue und die Waffenträger graue Mäntel.

  • Der Schwarzweiße Ordenswimpel. Außer dem Ordenskreuz war auf ihm auch die Ordenslösung „Non nobi Domine, non nobis sed nomini tuo da gloria“ / Keineswegs uns, Herr, keineswegs für unseren aber für den Ruhm deines Namens/

  • Der Stock des Großmeisters – Abakus, Symbol seines Amtes.

  • Das Siegel – auf einer Seite zeigte es eine Kuppel über einem Säulenrundbau die andere Seite des Templersiegels hat die Neugier der Historiker stark gereizt: es handelte sich um eine Darstellung von zwei Reitern die dasselbe Pferd besteigen, mit der Inschrift „Siegel der Ritter Christi“. Der Autor des Buches „Die Templer“ Alain Demurger führt in seinem Buch einige mögliche Interpretationen dieser Darstellung an. Gestützt auf englische Chronisten hat man darin das Symbol der anfänglichen Armut des Templerordens sehen wollen. Heute ist das auf dem Siegel der Templer zu sehen, um ihre Demut zeigen. Nach Demurger ist aber diese Erklärung unwahrscheinlich: die ersten Ritter waren sicherlich arm, aber sie waren alle Ritter. Die Regel besagte, dass ein jeder zwei Pferde haben durfte. Eine andere Begründung sagt, dass das Symbol Freiheit und Hingabe darstellt. Mervyn Sterneck erklärt diese Begründung als: zwei Wesen mit einem Ziel. Zwei Männer im Kampf für eine Sache.

  • Kreiszelt.

2.5 Die Templer und das Bankwesen

Wie schon am Anfang gesagt wurde, war die Hauptaufgabe der Templer der Schutz der Pilger auf ihren Wegen in das Heilige Land und die charitative Tätigkeit. Dreimal in der Woche verteilten sie Almosen und sättigten diejenigen, die sich kein Essen kaufen konnten. Das alles war in den Gründungsideen des Ordens am Anfang seiner Existenz. Im Laufe der Zeit entwickelte sich im Orden eine Organisation, die sich als erste dem internationalen Bankwesen, dem Wechseln verschiedener europäischer und auch überseeischer Zahlungsmittel widmete. Bewundertswert war die perfekte Kenntnis des wirklichen Wertes der Zahlungen in allen Ländern, wo die Templer wirkten und auch ganz präzise Umrechnungen in die Währungen anderer Länder.

Die Templer begannen als Erste bei ihren Handelstransaktionen Wechsel zu benutzen, die hauptsächlich als Schutz gegen Piraten und Räuber dienten. Schon damals enthielt jeder Wechsel Datum, Ausstellungsort, Bestimmungsort, Gesamtbetrag, Devisen, Zahlbarkeit, Name des Subskriebenten, Name des Remitents, Notizen, Kurs. Außer Wechseln führten die Templer für ihre Klienten auch Kontokorente von denen sie dreimal im Jahre Kontoauszüge ausfertigten. Sie leisteten Kredite und auch Hypotheken.

Von der einfachen Vermögensverwaltung für andere ging der Templerorden weiter zur Geldverleihung über. Er verfügte über eigene Mittel, aber auch über Geld, das von Privatleuten ohne bestimmte Verwendung einfach hinterlegt worden war. Der Templerorden lie3 dieses Geld arbeiten. Alle Klöster und Konvente haben auf dem Lande als eine Art „Leihkasse“ fungiert. Bei der Geldleihe war der Orden aber sehr vorsichtig. Bei den großen Darlehen verlangten sie einen Bürgen oder Verpfändung. Der Templerorden sicherten sich auf dreierlei Weise ab: durch Pfand, Zins und Gelbußen.

In der Zeit, als die Pilger auf ihren Wegen von den Räubern bedroht wurden, war es sehr günstig, weitere Dienste der Templer auszunützen – den Transport größerer Geldbeträge. Dieser Dienst war aber nur für wohlhabendere Kunden, die für ihren Schutz gut bewaffnete Truppen der Templerritter ausnützten. Die, die weniger wohlhabend waren, hatten die Möglichkeit auf ihren Reisen Wechsel zu benützen. Sie konnten ihr Geld in einem Templerhaus einzahlen und nach der Vorlegung des Wechsels wurde ihnen der zuständige Betrag in einem anderen Haus ausgezahlt.

Die Gefahrlosigkeit, die die Templerhäuser boten, wirkte in England insoweit, dass bei ihnen im Jahre 1185 der Königsschatz aufbewahrt wurde. Später nützten die Templeranleihe auch andere europäische Monarchen aus. Über die Templer sagt man, dass sie praktisch das internationale Bankwesen gründeten. Sie wirkten aber nicht nur als Elitepolizei und Bankiers, sie entwickelten ihre Aktivitäten auch auf dem Gebiet der Reederei. Ihre Schiffe fuhren von Spanien hinaus und meistens in Marseille schifften sie die Reisenden nach Syrien ein. Im Marseiller Hafen bauten sie wahrscheinlich die größte Anzahl ihrer Schiffe. Anfangs orientierte sich der Transport auf die Beförderung der Soldaten und des Militärmaterials, später vergrößerten sie das Sortiment der gewährten Dienste. Auf den Templerschiffen wurde Ware verschiedenster Art transportiert. Nach Mervyn Sterneck erfreuten sich die Schiffe der Templer einer großen Beliebtheit. Dank ihrer militärischen Begleitung wurden sie für sicherere Schiffe gehalten, als die der Genuesen und Pisaner. Die Pilger konnten ohne die Befürchtung reisen, dass ihre Schiffe gekapert wurden und sie an die Sklavenhändler im Nahen Osten verkauft werden könnten.

3. Das Eigentum und der Reichtum des Ordens

Am Anfang ihrer Existenz hatte der Orden große Schwierigkeiten. Er verfügte über keine Kongregation, Finanzquelle, offizielle Stellung. Trotzdem wuchs der Orden dank beträchtlichen Finanzunterstützungen der Adeligen. Man konnte alles mögliche geben / z.B. der König Aragon gab die Burg Monzon, Gottfried von Bar überließ die Gemarkung Doncourtaux-Bois als Lehen, der aragonische König Alfons I. hinterließ dem Orden im Jahre 1134 eine Drittel des Königsreiches – die Templer betrachteten die Erbschaft reserviert und verzichteten auf das Recht der Mitregierung und statt dem erhielten sie 6 Burgen, eine Finanzspende und Vorrechte /. Anfangs lebte der Orden von verschiedenen Almosen. Sobald sich der Orden ausbreitete, erwarb er an Popularität und damit vermehrten und vergrößerten sich die Spenden. Einen großen Teil des Besitzes schenkten dem Orden die Ritter, die in den Orden eintraten aber auch diejenigen, die zum heiligen Grab pilgerten. Es waren die Pilger, die den Rittern oft für die Errettung des Lebens dankbar waren.

3.1 Die Schenkungen

Die Schenkungen lassen sich in drei Kategorien aufgliedern:

  • Die Schenkungen – pro anima- betrafen bedeutende Güter, die oft den Grundstein zu einer Komturei legten. Der Spender verband damit keine Bedingungen, es ging um sein Seelenheil.

  • Die Schenkungen –in extremis-wurden oft von vorsichtigen Pilgern gemacht. Sie waren selten, denn die testamentarische Schenkung trat rasch an ihre Stelle.

  • Die Schenkungen gegen Entgelt. Sie lassen sich schwer von Verkäufen unterschieden. Der Nutznießer der Schenkung, immer eine Kirche, gewährte dem Schenkenden eine Caritas, eine Wohltat: letzten Endes eine Gegengabe.

Dank den Schenkungen19 wuchs das Eigentum des Ordens nicht nur in Europa,

sondern auch im Orient. Die, die dem Orden etwas schenken wollten, waren nicht wenige. Warum schenkten sie? Vor allem wohl für das Seelenheil und die Vergebung der Sünden / für die Erlösung seiner Seele hinterlegte Protheba aus Dobrawyz im Jahre 1297 den Templern in Böhmen einen Gro3teil seines Dorfes /.

Die Templer haben sehr rasch versucht, Schenkungen verschiedener Natur oder geographisch verstreute Flächen zu zusammenhängenden Gebieten zusammenzufassen. Der Templerorden zog auch aus seinen landwirtschaftlichen Gütern beträchtliche Gewinne / sie erzeugten, was größten Nutzen brachte /. Die Templer züchteten Pferde, Rinder als Zugvieh, Schafe. Sie entwickelten ihre ökonomischen Aktivitäten nicht nur im Bankwesen aber auch in der Landwirtschaft, wobei sie immer die Besonderheiten jeder Religion respektierten.

Dank diesen Aktivitäten und Spenden wurden sie zur starken, unabhängigen und noch dazu bewaffneten Organisation. Ihr Eigentum wäre aber nicht so groß, wenn es nicht einige Privilegien gäbe, die den Templern erteilt wurden:

  • sie konnten sich die Kriegsbeute behalten, die die größte von allen war

  • im Jahre 1139 veröffentlichte der Papst Innozenz II die Bulle „Omne datum optimum“, wo stand, dass die Templer keine Zehnten, Zoll für Nahrungsmittel und Steuern bezahlen müssen. In allen Gebieten, die in ihrem Besitz waren, konnten sie das aber alles selbst eintreiben.

  • Durch die Bulle von Alexander III. konnte niemand von den Templern die Zusage der Lehenstreue und Abhängigkeit verlangen. Ihre Burgen und Schlösser im Orient und in Europa unterlagen dem König nicht.

Im 13. Jahrhundert verbreitete sich das Eigentum des Ordens so sehr, dass sie mehr als 900 Komtureien20 hatten. Sie besaßen viele Burgen, hunderte von Schlössern, Klöstern, riesige Latifundien, ganz Zypern, eine Menge Gold und Geld.

Die Anwesenheit einer so riesigen, unabhängigen und gut bewaffneten Organisation in Europa löste Spannung aus. Die Templer hatten immer noch das Recht, den Krieg zu erklären und den Frieden unter Bedingungen abzuschließen, die sie selbst als günstig betrachten. Der König konnte die Templer nicht zu einem Kampf zwingen.

3.2. Die Burgen und Festungen der Templer im Heiligen Land

Im Heiligen Land disponierte der Orden über zahlreiche Burgen, Festungen und Stadtbefestigungen, wie zum Beispiel:

  • Beaufort /Belfort/ – zwischen Sidon und Tyrus

  • Casel Destroit – zwischen Akkon und Caesarea

  • Merle – zwischen Akkon und Caesarea

  • Cafarlet – zwischen Akkon und Caesarea

  • Saffran – zwischen Akkon und Caesarea

  • La Féve – zwischen Nazareth und Jaffa

  • Le Petit Gerin – zwischen Nazareth und Jaffa

  • Caco – zwischen Nazareth und Jaffa

  • Tour Rouge – zwischen Nazareth und Jaffa

  • Toron de Chevaliers – zwischen Jaffa und Jerusalem

  • Quaranteine – nordöstlich von Jerusalem

  • Maldoin – nordösltlich von Jerusalem

  • Gaza – südlich von Askalon

  • Gaston /Baghras/ - nördlich von Antiochia

  • Fels von Roissel – nordwestlich von Antiochia

  • Tortosa – zwischen Homs und der Küste

  • Arima – zwischen Homs und der Küste

  • Chastel Blanc – zwischen Homs un der Küste

/ vgl. Anhang /

Bei der Gründung ihrer neuen Niederlassungen waren die Templer sehr sorgfältig. Sie berücksichtigten die militärischen und strategischen Ansprüche, wobei die Abstände zwischen Jerusalem und den verschiedenen Niederlassungen einem Tagesmarsch entsprachen. Diejenigen, die entweder nach oder aus Jerusalem kamen, konnten in einer Komturei, einem Landgut oder Biwak mit Brunnen einen sicheren Platz finden und ihr Lager aufschlagen.

Die meisten Burgen und Festungen im Heiligen Land, die die Kreuzritter besaßen, wurden von den Templern und den Hospitalitern selbst erbaut. Dabei nützten sie die Hilfe örtlichen Architekten und deren Arbeiter, die vor allem gefangengenommene Moslems waren. Die meisten dieser Bauten hatten ein gemeinsames Zeichen. Alle waren so gebaut, einer großen Anzahl von Leuten eine Zuflucht zu gewähren. Es handelte sich vor allem um Menschen, die sich hier vor Überfällen der Feinde in Sicherheit brachten. Alle diese Burgen verfügten über große Menge von Trinkwasserreservoiren oder eigene Quellen, Getreide- und Lebensmittelvorräte, so dass die Burg sehr lange Zeit einem feindlichen Angriff widerstehen konnte.

In den Jahren 1265-1275 fielen fast alle dieser Festungen in die Hände der Mamelucken. Bei der letzten muslimischen Offensive, die 2 Jahre dauerte /1289-1291/ wurden die letzten erobert.

3.2.1 Ruad – die letzte Festung der Templer im Heiligen Land

Ruad, arabisch Arwad genannt, war schon im Mittelalter ein wichtiger strategischer Ort des östlichen Mittelmeers. Es befand sich hier ein reicher, phönisischer Staat, der Arvad hie3. Im Jahre 1118 geriet diese strategische Insel in „die Hände“ des Ritterordens der Templer und blieb in deren Eigentum bis zum Jahr 1302. Ruad war das letzte Bollwerk der Kreuzfahrer im Heiligen Land. Durch die ständigen Einfälle der Mameluken verloren die Kreuzritter einen Großteil ihres Gebietes / Antiochia, die Grafschaft Tripolis, Akkon, Tyros, Sidon, Beyrut, Haifa /. Nach dem Verlust des Großteils des Festlandes blieben nur wenige Templer und andere Kreuzritter übrig, die fähig waren, die Burgen der Pilgern Athlit und Tortosa vor den Mameluken zu verteidigen.

Im Jahre 1291 mussten die Templer, unter dem Ansturm der Mameluken, Tortosa21 und Athlit22 verlassen. Von jetzt ab konnten sie sich nur der Verteidigung ihrer befestigten Insel Ruad widmen. Die Templer waren im Jahre 1291 in ihrer Verteidigung erfolgreich. Man kann sagen, dass die Insel Ruad in dieser Zeit einen selbständigen Templerstaat darstellte.

Im Jahre 1301 schickten die Mameluken 16 voll ausgerüstete Galeeren gegen Ruad, die die Insel belagerten. Im Jahre 1302 verloren die ermüdeten und erschöpften Templer ihren Kampf. Den Rittern wurde freies Fortgehen angeboten im Tausch gegen die Insel Ruad. Die Ritter nahmen diese Bedingung an. Die Mameluken gehörten aber nicht zu den Leuten, die ihre Versprechen hielten. Einen Teil der Templer ermordeten sie brutal gleich an Ort und Stelle, den Rest nahmen sie gefangen. Die Templerburg wurde vernichtet.

3.2.2 Baghras

Diese Burg, die zwischen dem Fürstentum Antiochia und Kleinarmenien lag23, sollte den nördlichen Zugang nach Syrien verteidigen. Außer dieser Hauptaufgabe war die Pflicht der Burgbesatzung den Handelsweg zwischen Iskenderum und Antiochia zu bewachen. Im Besitz der Templer war sie in den Jahren 1134-1137.

3.2.3 Safed

Heutzutage ist Safed eine Stadt in Nordisrael und hat rund 27.000 Einwohner. In der Zeit der Kreuzzüge war es eine der wichtigsten Festungen der Kreuzritter im Heiligen Land. Die Festung wurde im Binnenland, einen Tagesmarsch von Akkon entfernt, im Jahre 1102 erbaut. Safed lag in einer Höhe von 850 Meter und sollte das Westufer des Sees Genezareth und die Straße von Damaskus nach Akkon bewachen. Sie wurde von Fulk de Anjou, dem König von Jerusalems erbaut, der die Burg später den Templern schenkte. Auch diese Burg, wie schon viele Templerburgen, wurde nie von einem Feind erobert. Nach einer vernichtenden Niederlage der Kreuzzugsarmee bei Hattin im Jahre 1187 wurde die Festung Sultan Saladin überlassen, der sie zerstören ließ. Erst im Jahre 1240 besaßen die Burg wieder die Templer und in den nächsten 3 Jahren erneuerten sie sie wieder. Die Templer blieben in Safed bis zum Jahr 1226. Am 22. Juli 1226 ergab sich die letzte verratene Besatzung Sultan Baibars.

3.2.4 Akkon

Akkon ist eine Hafenstadt im Haifergolf, die 13 Kilometer nördlich von der Stadt Haifa liegt. In der Zeit der Kreuzzüge wurde die Stadt mehrmals erobert und wieder befreit. Im Frühjahr 1291 war es die letzte Besitzung der Kreuzritter im Heiligen Land. Die letzten Verteidiger baten die europäischen Herrscher um ihre Hilfe aber vergebens. Ganz Europa verlor endgültig das Interesse an ihren „Orten“ im Heiligen Land. Die Reste der Ritter / Templer, Johanniter, Deutsche Ritter / blieben in ihrem Kampf allein. Am 18. Mai 1291 begann der Hauptangriff der Moslems, wobei sie in die Stadt eindringen konnten. Es folgte ein Massaker. Es waren nur sehr wenige Schiffe für die Evakuierung der Ritter und der Zivilbevölkerung und deshalb verteidigte der größte Teil der Ritter die Stadt bis zu ihrem Tod. Die größten Verlußte erlitten die Templer und die Deutschen Ritter, von denen keiner das Massaker überlebte. Die Templer verteidigten den letzten Ort in Akkon, die Templerfestung. Noch ein paar Tage nach dem Fall der Stadt Akkon hielten sie die Festung, wo auch ein Teil der Einwohner der Stadt Akkon Zuflucht fand, in ihren Händen. Am 28. Mai 1291 verloren auch diese letzten Templer ihren Kampf. Die ganze Stadt wurde ausgeplündiert, die Einwohner ermordert oder in die Sklaverei verschleppt. Die ganze Stadt wurde dann vernichtet.

3.2.5 Athlit

Die größte Templerburg im Heiligen Land war Athlit, die in der Nähe der Ortschaft Athlit in Israel stand. In manchen Quellen können wir noch weitere Benennungen dieser Burg finden, wie zum Beispiel: lateinisch Castrum Peregrinorum, französisch Chastel Pelerin, Festung Athlit. Sehr oft wird der Name die Pilgerburg oder auch Pilgerschloss verwendet, was der französischen Übersetzung „Chastel Pelerin“ entspricht. Warum gerade Pilgerburg? Es waren nämlich die Pilger, die im Jahre 1217 am Meer an der Stelle einer phönizischen Siedlung mit dem Bau begannen. Dank der Lage und der Bauweise24 wurde die Burg niemals von den Mamelucken aber auch von keinem anderen Feind erobert.

Die Mamelucken ließen die Burg nach dem Weggehen der Templer am 14. August 1291 niederreißen. In dieser Zeit war es die letzte intakte Burg im Heiligen Land

4. Der Anfang des Untergangs des Templerordens

„Reichtum und Geiz, Reichtum und Hoffart verbinden sich recht gut miteinander, aber sie passen nicht gut zu einer religiösen Berufung.“

/Alain Demurger, Seite 168 /

Ihr finanzieller Erfolg wird sogar als ein Grund für ihren Untergang dargestellt. Die beträchtliche finanzielle Belastung durch die Kreuzzüge ermutigte die Monarchen und Kirchenführer, das Eigentum der Templer, Johanniter und der deutschen Ritter, einschließlich der Menschen zu vereinigen und eine stärkere Ganzheit zu schaffen. König Ludwig IX. trat schon im Jahre 1248 mit einem Vorschlag auf den Zusammenschluß der Militärorden hervor. Im Jahre 1292 nahm das Salzburger Konzill die Vereinigung der Militärorden endgültig an. Papst Bonifaz VIII., der in den Jahren 1294-1304 herrschte, hatte an der Vereinigung der Orden und Fortsetzung der Kreuzzüge kein Interesse. Den schärfsten Kampf führte er seit dem Jahre 1296 mit dem französischen König Phillipp IV.“, dem Schönen“. Phillipp, der schon im Alter von 17 Jahren zum König gekrönt wurde, war einer von den mächtigsten europäischen Königen. Er verstand die Macht, konnte mit den Menschen manipulieren, war listig und kaltblütig. Neben diesen negativen Eigenschaften war er aber sehr intelligent und hatte eine angeborene psychologische Begabung. Das ambitiöse Wachstum Frankreichs und die Kriegsschulden seines Vaters, die unbezahlt blieben, brachten Phillipp in eine sehr schwierige Lage. Den Krieg, den Phillipp gegen England und Flandern in den 90-er Jahren des 13 Jahrhunderts führte vergrößerte seine Schuldenlast weiter. Phillipps Finanznot trieb ihn zur Erhebung übermäßiger Steuern, zur Einführung von Extrasteuern für Juden und Lombarden. Weitere Schritt, die er machen wollte war die Besteuerung sämtlicher Finanzquellen der Geistlichkeit. Der heilige Vater widersetzte sich seinen Absichten durch eine Bulle, die jede beliebige Besteuerung des Kircheneigentums verbat. In einer weiteren Bulle verkündigte er die übergeordnete Macht. Der französische König suchte aber weitere Ursachen, durch welche er seine souveräne Macht über die Kirche beweisen wollte. Er gründete die Körperschaft der Untersucher, die durch das ganze Land reisten und kontrollierten die Tätigkeit der Staatsbeamten. Sie stellten Mängel fest, redeten mit den Leuten und schrieben ihre Beschwerden und Einsprüche auf. Ihre Tätigkeit endete aber vor den Burgen und Häusern der Templer. Niemand, auch der König, wusste nicht was hinter ihren Mauern los ist.

4.1 Die Templer und der französische König

Mit ihrer großen Macht und dem Reichtum wurden sie in dem französischen Königsreich ein Staat im Staat. Die englische Monarchie war sogar bei den Templern so verschuldet, dass Heinrich III. die Kronjuwelen bei den Templern verpfänden musste, die die Königin Eleonor persönlich zum Ordenshaus in Paris brachte. Zu den größten Schuldnern gehörte Philipp IV. „Der Schöne“. Philipp war kein armer König, aber die Kriege in Flandern und die Untertanenaufstände verursachten seine finanzielle Schwierigkeiten. Alle finanziellen Mittel der französischen Monarchie unterstanden den Templern und waren daher von ihnen abhängig.

Warum genau Philipp den Prozeß gegen den Templerorden anstrengte ist nicht genau belegt, aber es gab genug Gründe, die ihn zu diesem Schritt bewogen haben könnten. Ein wesentlicher Grund war Philipps Gier nach den Reichtümern des Ordens. Sein ständiges Streben nach Gold wurde im Laufe seiner Regierungszeit langsam zur Besessenheit. Der chronisch an Geldmangel leidende König war schon in der Vergangenheit gegen die lombardischen Bankiers und gegen die Juden vorgegangen, um seine Kassa zu füllen. Ein anderer Grund für Philipps Vorgehen bestand darin, dass er die Macht fürchtete, die die Templer besaßen. Die Schwächung des Papsttums war für den König ein weiterer Grund, ebenso konnte Hass gegen die Templer ein Motiv gewesen sein. Denn als Philipp, ebenso Richard Löwenherz, als Ehrenmitglieder in den Templerorden aufgenommen werden wollten, verweigerten die Templer ihnen diese Gunst. Auch der verletzte Stolz hätte den König zu seinem Vorgehen bewegt haben können. Was aber die wirkliche Ursache des Templerprozesses war und von wem die Hauptinitiative ausging vermuten die Historiker heute nur. In jedem Fall begann Philipp schon im Jahre 1304 die Pläne schmieden, die später zum endgültigen Untergang der Templer führten.

4.2 Vor dem Prozeß

Die Templer erfreuten sich in den Jahren vor dem Prozess keiner Beliebtheit unter dem Volk und der Kirche. Aus vielen Feldzügen kamen manche als Krüppel zurück und beendeten ihr Leben in Klöstern in ganz Europa. Obwohl sie Mönche waren, hatten sie viele militärische Angewonheiten beibehalten. Sie tranken, rauften viel, waren anmaßend und prahlerisch. Das alles war dem Volk ein Dorn im Auge. Die Templer erwarben außerdem den Ruf von arroganten Leuten. Dank ihrem Reichtum und Vorrechten benahmen sie sich als ob sie das Recht verkörperten. Als sie dann in Gefahr gelangten, waren nur sehr wenige, die bereit waren, den Templern zu helfen. Aus diesen Gründen konnte Philipp seine Macht gegen die Templer ausspielen. Er sammelte triftige Argumente und konnte auf den geeigneten Augenblick warten, um zuschlagen zu können.

Nach dem Tod von Bonifaz sorgte er dafür, dass an seine Stelle jemand tratt, der seinen Absichten zugeneigt sein wird. In das Papstamt wurde der Erzbischof von Bordeaux Bertrand de Got gewählt, der den Namen Clement V.  annahm. Philipp wusste aus dessen Vergangenheit manches Kompromittierendes. Darüber hinaus nahm er an den Königshof zwei Verwandte von Clement V., die er aber als seine Gefangenen erklärte.

Im Sommer 1306 lud Clement die Großmeister des Johanniter- und Templerorden nach Avignon ein, um mit ihnen militärische Hilfe für Zypern gegen die Türken und eine mögliche Vereinigung beider Orden zu verhandeln / der Großmeister sollte der älteste Sohn Philipps Ludwig Navarský werden /. An dieser Zusammenkunft nahm nur der Großmeister der Templerritter Jakob Molay teil. Der lehnte den Vorschlag zur Vereinigung der Orden ab. Seine Argumentation war aber ganz unglücklich, ungeschickt, unpolitisch und für die weitere Zukunft des Ordens nicht vorteilhaft. Molay vermutete, dass beide Orden nach ihrer Verbindung weniger an Spenden bekommen würden und dadurch weniger Almosen verteilen könnten. Der Lebensstandard der Johanniter im Vergleich zu den Templern steigerte und stand auf einem größeren Niveau. Es würden aber wahrscheinlich auch Streitigkeiten bei der Wahl des Großmeisters entstehen.

4.3 Die Beschuldigungen gegen dem Orden

In dieser Zeit beauftragte der französische König seinen Vertrauensmann und Inquisitor Frankreichs, Nogarat, alle möglichen Informationen, die die Templer kompromitieren konnten, unauffällig zu sammeln. Den Orden zu diskreditieren war keine große Mühe. Dazu trugen auch verschiedene Gerüchte bei, die mindestens seit 1305 über den Orden im Umlauf waren. Es handelte sich um die für damalige Zeit Besorgniserregendes: Ketzerei, Götzenkult, Sodomie. Diese Gerüchte entstanden in der Region von Agen und waren von einem gewissen Esquien de Florian25 verbreitet worden. Im Jahre 1305 hatte er seine Erkenntnisse König Jakob II. von Aragon geschildert. Da dieser seinem Brief keinen Glauber schenkte, sandte Esquien ihn an den französischen Königshof. Und hier entstand das Hauptgerüst des ganzen Prozesses aufgrund der ganzen Gerüchte die Esquien de Florian in Umlauf gebracht hatte.

Die Beschuldigungen im Einzelnen gegen die Templer:

  • Die Templer verleugnen Jesus Christus, den sie einen falschen Propheten nennen und der für seine Verfehlungen und nicht für die Erlösung der Menschen gestorben sei.

  • Während der Ordensaufnahme musste der Neueintretende dreimal Jesus Christi leugnen und dreimal auf das Kreuz spucken.

  • Dann musste er seine Sachen ablegen. Der, der ihn aufnahm, küsste ihn am Ende der Wirbelsäule, unter dem Teil, auf den Nabel und auf den Mund und sagte ihm: wenn jemand wäre, der mit ihm körperlich umgehen möchte, muss er das ertragen.

  • Bei der Sitzung des Domkapitels wurde ein Kopf mit einem Bart geehrt.

  • Die Priester weihen den Körper unseres Herrn nicht.

  • Die Templer ehrten mohammedanische Götter aus Stein und Holz und opferten vor ihnen das Leben von kleinen Kindern.

  • Die Templer essen die Asche ihrer eigenen Toten.

  • Obszöne Praktiken und Homosexualität

4.3.1 Bafomet

Die Templer wurden von der katholischen Kirche der Verehrung sogenannten Bafomets beschuldigt. Heutzutage wird Bafomet als Wesen mit dem Kopf eines Bocks und einem menschlichen Körper beschrieben. Einige Forscher vermuten, dass sich diese Ritualien eher auf die Verehrung angeblicher sterblicher Überreste der heiligen Eufemia beziehen. Eine von den Theorien sagt, dass es auch mit der Existenz des Turiner Leinwandes, das die Templer beim 4. Kreuzzug erwarben, zusammenhängen könnte. Andere Forscher behaupten, dass das Wort Bafomet entweder dank der Abänderung der Name Mahomet, was der moslemischer Prophet war, oder dank der Verbindung der zwei griechischen Wörter, die man als Zerschmelzen in Weisheit übersetzen kann, entstand. Welche von diesen Behauptungen der Wahrheit entspricht weißt niemand. Es ist ganz leicht Möglich, dass die Wahrheit irgendwo anders liegt. Eines ist aber klar. Die Beschuldigung der Verehrung des Bafomets war eine der 127, die zur Auflösung des Templerordens führten.

4.3.2 Die Häretik

Die Hauptbeschuldigung gegen den Orden lautete aber – die Häretik. Die Häretik, die Ketzerei oder auch der Irrglaube genannt / griechisch hairesis / bezeichnet ursprünglich eine theologische Ansicht, die eine bestimmte abweichende Auffassung wählt, die mit dem allgemeinen Glauben der Kirche, den sogenannten Ortodoxie, unvereinbar ist.

„Häresie – von kirchl. Dogma abweichende Lehre; Sy. Ketzerei / zu grch. Hairesis „das Erwählte, Denkweise, Irrlehre“ /“

/vgl. Wahrig, Deutsches Wörterbuch /

Alle Vertreter der Häretik werden von der Kirche als Häretiker, Ketzer oder Irrgläubige bezeichnet. Die Kirche nimmt an, dass die Ketzerei ein Hindernis der Erlösung ist. Der Ketzer wird für ewige Zeit verdammt, falls Gott in seiner unendlichen Gnade nicht anders entscheidet. Man behauptet, dass der erste Häretiker der spanische Mönch Priscillian von Avila war, den der Kaiser Magnus Maximus im Jahre 385 hinrichten lie3. Häretik wurde von der weltlichen Macht als Verbrechen kodifiziert und meistens wurde der Tod auf dem Scheiterhaufen für dieses Vergehen bestimmt. Bei der Untersuchung der Ketzerei wurden sehr oft die Opfer durch unmenschlicher Behandlung und Foltern zu der Bekennung der Schuld gezwungen.

Zu der Erhärtung der Beschuldigungen trug ohne Zweifel in vielen Hinsichten nicht nur die Aussage Esquien de Florian bei, sondern aber auch die einiger Ordensmitglieder, die auf Grund der Foltern in Pariser Gefängnis Corbeil die Aussagen Esquiens bestätigten. Aufgrund dieser erpressten Beschuldigungen verlangte Philipp vom Papst die Auslieferung der Templer in seine weltliche Macht. Clemens V. war aber ein Mann von geringem Mut und Widerstandskraft. Kurz nach dem ihm Philipp drohte, dass im Fall der Nichtzustimmung seine zwei Neffen exekutiert werden und die Gläubigen verschiedene pikante Einzelheiten aus seinem ausschweifenden Leben erfahren würden, gab er dem König freie Hand. Der konnte nun mit den Templern verfahren wie er wollte.

4.4 Die Verhaftungen der Templer in Paris

Am 12. Oktober 1307 fand in Paris das Begräbnis von Philipps Schwiegermutter Katharine de Valois statt. Unter den Trauergästen waren auch Jacques de Molay und andere hohe Würdenträger des Ordens. Im Laufe des Abends erhielten die Soldaten des Königs versiegelte Umschläge mit eindeutigen Befehlen.

„Da die Wahrheit nicht anders voll und ganz aufgedeckt werden kann und ein heftiger Argwohn sich auf alle erstreckt hat /…/, haben wir beschlossen, dass ausnahmlos alle Mitglieder des selbigen Ordens unseres Königreichs festgenommen, gefangengehalten und dem Urteil der Kirche vorbehalten werden, und dass all ihre Güter, bewegliche und unbewegliche, beschlagnahmt, von uns eingezogen und getreu verwahrt werden /…/. Deshalb beauftragen wir euch und schreiben euch strikt vor, was die Bailliage Caen betrifft usw.“

/Alain Demurger, Die Templer, Seite 242 /

Die Verhaftungen wurden zwar im Namen der heiligen Inquisition vorgenommen, doch keiner der kirchlichen Inquisitoren war anwesend. Innerhalb einiger Stunden, am Freitag des 13. Oktober 1307, wurden alle Templersitze besetzt und im ganzen Land fingen ausgedehnte Verhaftungen an. In Paris führte die Polizeitruppen der Pariser Inquisitor Nogarat in den Hauptsitz der Templer. Sie verhafteten 150 Ritter26, niemand hat Widerstand geleistet. Nur einige von ihnen sind vor den Verfolgern auf den Hauptturm geflüchtet und dann auf den Hofplatz hinabgesprungen. Keiner von den Rittern stellte sich mit einer Waffe in der Hand. Am 14. Oktober 1307 gerieten fast alle französischen Templer ins Gefängnis. Es gelang nur sehr wenigen zu fliehen /von den hohen Würdenträgern gelang dies nur dem Preceptor Geraddus de Vilaribus/.

Obwohl sie über die ganze Aktion einige Tage im Voraus gewarnt worden waren, ma3en sie dieser Information keine gro3e Bedeutung zu. Sie glaubten, dass ihr Orden gereinigt wird und wahrscheinlich trafen sie einige Vorkehrungen. Vielleicht auch deshalb fand man die Templerarchive bis heute noch nicht.

Die Pariser Templer wurden in einem Gefängnis gefangengehalten. Es waren insgesamt 158 Ritter. Aus allen Vernehmungen, die in Paris vom 18 bis 28 November 1307 stattfanden, blieben 138 Aussagen erhalten. Nur vier Templer erklärten, dass sie unschuldig sind – Jean de Chateuvillars, Henri de Hercigny, Jean de Paris und Lambert de Toysi.

Am 16. September schickte Philipp eine Aufforderung zur Verhaftung der Templer an alle europäischen Könige. Die meisten von ihnen, wie z.B. Jakob II. von Aragonien und der englische König Eduard II. kamen seine Aufforderung nicht nah und schrieben zugleich dem Papst Briefe zur Verteidigung des Ordens. Am 14. Dezember erhielt der englische König die Bulle „Pastoralis praeeminentiae“, die der Papst Clemens IV. am 22. November 1307 veröffentlichte und befahl hiermit alle Mitglieder des Ordens in ganz Europa zu verhaften, und unterwarf sich dem päpstlichen Beschluß. Einen Monat später, am 10. Januar wurden die englischen Templer verhaftet. Sie wurden in London, York und Lincoln eingesperrt. Auf den britischen Inseln wurden insgesamt 135 Brüder des Templerordens festgenommen. Der brabantische Herzog und der Kölner Erzbischof ließen es gleich zu, das Templerritter verhaften wurden. In Aragon zogen sich die Templerritter auf ihrer Burgen zurück. König Jakob belagerte sie bis zum Sommer 1309.

4.5 Die Untersuchungen

Der Besitz der Templer sollte im Namen des Papstes konfisziert werden. Die erste päpstliche Untersuchung eröffnete Papst Clement im Dezember 1307, als er seine zwei Kardinäle Berangar aus Fredoli und Etien aus Suzy nach Frankreich schickte. Sie sollten Philipp einen Brief übergeben in dem der Papst den König zur Niederlegung des Prozesses und zur Auslieferung aller Templer mit dem konfiszierten Vermögen unter den päpstlichen Schutz aufforderte.

Im Februar 1308 erklärte der Papst auch die Richterkompetenzen der Bischöfe, Erzbischöfe und der Inquisition für nichtig. Philipp reagierte nicht, dem Papst läßt er sagen, dass jedes Verweigern bei der Aufklärung den Verbrechen einer Zustimmung gleicht. Trotzdem schickte er zum Papst 72 Ritter von denen er dachte, dass sie ihre ursprüngliche Aussage nicht zurückziehen würden. Die Hauptritter des Ordens lie3 er aber im französischen Gefängnis. Er redete sich mit ihrem schlechten Gesundheitszustand heraus. In Wirklichkeit wollte er die Begegnung mit dem Papst verhindern. Acht Tage verhörte der Papst gemeinsam mit seinen Kardinälen alle 72 gefangenen Templer. Alle bestätigten ihre früheren Geständnisse. Der Papst gab bald darauf die Untersuchung in die Hände der Inquisition zurück.

Am 12. August 1308 gab Clement die Bulle - Faciens misericordiam- heraus. Die Untersuchungen wurden der Kirche unterstellt. Das Verfahren war in zwei Teile geteilt: Im ersten Prozeß sollte überprüft werden, ob die einzelnen Mitglieder des Ordens schuldig waren, im zweiten Prozeß wurde die Schuld des Ordens als Organisation ermittelt. Jedoch saßen in den Untersuchungsausschüssen hauptsächlich Bischöfe, die als von Philipp eingesetzt galten. Die Verhaftungen Templer im ganzen Königreich begannen im September 1308. Der große Prozeß gegen die Templer kam in Gang.

4.6 Im Gefängnis

Einige Monate dauernde Aufenthalte in dunklen Einzelzellen brachten viele Templer so weit, alles zu bekennen, was von ihnen gefordert wurde. Sie wurden auch auf besonders grausame Art gefoltert. Es war kein Wunder, sie waren Soldaten, die den Ruf von sehr mutigen Männern hatten. Es wurde ganz harter Kerker geltend gemacht. Es wurde den Templern die Genüge an Nahrung und Schlaf verhindert und alle Verhöre wurden einem starken psychologischen Druck ausgesetzt. Die Henker, die die Folter durchführten, bereiteten sich auf die Vernehmungen sehr sorgfältig vor. In den Notizen wurde angeführt, dass Bernard de Gue seine Füße so verbrannt hatte, dass die Haut auf den Fersen ganz abfiel und aus den Füßen die nackten Fersenknochen hervorragten. Es waren aber auch solche, die trotz allen diesen Plagen ihren Orden nicht verrieten. Die, die gestanden, hatten keine Möglichkeit ihr Geständnis zurückzunehmen. Im Mittelalter bedeutete die Aussageänderung im Fall der Ketzerei den Tod.

5. Der letzte Großmeister Jakob de Molay

Schon am 28. November 1309 stand vor der zentralen Bischofsuntersuchungs-kommission in Sens Jakub de Molay, der Großmeister des Ordens / ein Ritter aus der Freigrafschaft Burgund27, der um 1265 in der Komturei Beaune in den Orden aufgenommen wurde /. Auf die Frage, ob er den Orden verteidigen will, antwortete er :Ja. Aufgrund der Informationen der einzelnen Autoren in ihren Werken kann man schließen, dass Molay eine sehr widerspruchvolle Persönlichkeit war. Mervyn Sterneck hält ihn für keine Persönlichkeit, die der Orden brauchte. Nach Sterneck glaubte er allzuviel an die Unantastbarkeit des Ordens und an den Papst Clement V. Das sollte ihn blind gegenüber den Nachrichten gemacht haben, die vor möglichen Repressalien warnten. War Molay ein Feigling, oder nur einfach ein Mensch, der durch seinen langen Aufenthalt im Gefängnis schon müde und erschöpft war? Das kann heute niemand mehr ganz genau sagen. In der Zeit des Prozesses war Molay schon ein alter Mann, auf dessen psychischen und physischen Zustand sich die Hörte der Vernehmungen auswirkten. Es war also nicht in seinen Kräften, in dem ganzen Prozess eine wichtigere Rolle zu spielen. In jedem Fall war aber sein Verhalten während des ganzen Prozesses sehr ungeschickt. „Molays Argumente sind nicht immer auf hohem Niveau“, so beschreibt Molays Verteidigung Alain Demurger, der seine Argumentation als schlankweg lächerlich bezeichnet. Jaroslav Šedivý schreibt in seinem Buch „Tajemství a hříchy templářského řádu“, dass Molay mehrmals während der Jahre seine Aussage änderte: 1307-bekannte er sich schuldig, Januar 1308-leugnete er die Schuld, im August 1308-bekannte er sie, 1309-leugnete er sie. Am 28. November 1308 wurde er von der Kommision wieder gefragt, ob er den Orden verteidigen will. Diesmal antwortete er mit Nein.

6. Die Verteidigung des Ordens

Der Orden verteidigte sich schlecht. Nicht seinen Möglichkeiten entsprechend. Keiner von den höheren Persönlichkeiten der Templer machte Zeugenaussagen zugunsten des Ordens. Die Verteidigung lag also in Händen der einfachen Brüder. Die Templer behaupteten über sich selbst, dass sie in den theoretischen Fragen des Glaubens nicht schuld sind und deshalb konnten sie wegen Religionsfehler beschuldigt werden. Für die Templer war es deshalb sehr schwierig, sich zu verteidigen, denn in der Vergangenheit befassten sie sich mit der Theorie des Glaubens nicht. In der ersten Sitzung der päpstlichen Kommission am 3. Februar 1310 erschien eine Gruppe von 15 Templern, die die Unschuld des Ordens beweisen wollten. Ihre Anzahl stieg unter kurzer Zeit auf 597 Personen, die dem Orden zugetan waren. Die Templer beauftragten darauf hin vier Brüder, die Verteidigung des Ordens zu übernehmen. Im Mai 1310 änderte sich langsam die Situation zugunsten der Templer. Diese Wendung zwang Philipp zur Änderung seiner Fortgangsweise. Am 11. Mai eröffnete er die Verhöre gegen die Templer vor dem Provinzkirchenrat nahe Paris, die der neu ernannte Erzbischof aus Sens Phillippe de Marigny leitete. Gleich am nächsten Tag erklärte er 54 Templer, die zugunsten des Ordens aussagten, der Ketzerei für schuldig. Noch am selben Tag wurden sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Obwohl einige von ihnen im Gefängnis in ihrer Überzeugung schwankten, auf dem Scheiterhaufen angesichts Todes standen sie stolz erhobenen Hauptes. Bis zur letzten Minute, als ihre Körper schon in Flammen standen, beteuerten sie, dass sie unschuldig seien. Dieser grauenhafte Anblick wirkte auf die Zeugen wie von Philipp erhofft. Es gab anschließend niemandem mehr, der bereit war, den Orden zu verteidigen. De Marigny setzte trotzdem die Verbrennungen der Templer auf den Scheiterhaufen fort. Während ein paar Tagen kamen auf diese Weise 120 Männer ums Leben. Als sich die päpstliche Kommission am 3. November 1310 zur dritten und letzten Sitzung versammelte, gab es nur mehr sehr wenige Leute, die zugunsten des Ordens aussagen wollten. Fast 200 Männer, seelisch gebrochen, zitternd und auf den Knien bekannten sich zu allen Anschuldigungen. Am 5. Juni 1311 gab die päpstliche Kommission alle ihre Erkenntnisse an Philipp weiter. Die Schuld des Templerordens wurde nicht bewiesen, trotzdem sei es aber zu Praktiken gekommen, die dem echten Glauben widersprechen. Das reichte Philipp, da dies seine Anklage unterstützte.

Am 16. Oktober 1311 verkündete der Papst die Eröffnung des Konzils in Vienne. Drei Punkte standen auf der Tagesordnung: der Templerorden, der Kreuzzug, die Kirchenreform. 300 Bischöfe aus vielen Ländern Europas nahmen teil. Eine Drittel der Geistlichkeit und keiner von den eingeladenen Herrschern kamen zu dem Konzil. Clements Interesse beschränkte sich aber nur auf den Reichtum und die Besitztümer der Templer. Genau zu diesem Zeitpunkt traten plötzlich einige Templer28 vor das Konzil und bekräftigten ihre Absicht, den Orden zu verteidigen. Sie fügten hinzu, 1500-2000 Brüder befinden sich in der Umgebung von Vienne, allesamt bereit, in die Stadt zu kommen und zugunsten des Templerordens auszusagen. Clement ließ sie alle verhaften.

Alain Demurger schreibt in seinem Buch „Die Templer“, dass sich leicht Texte finden ließen, die den Templern wohlgesonnen sind. Mit dieser Zusammenheit führt er den Namen Rutebeuf an, der den Orden in seiner 1276 geschriebenen „Nouvelle Complainte d´outre-mer“ verteidigen soll.

„Zeigt mit Zunge und Exempel

Da3 ihr Gott liebt und den Tempel….“

/Alain Demurger, Die Templer, Seite 229 /

In seinem Buch erwähnt er auch den bedeutenden deutschen Minnesänger Wolfram von Eschenbach, der, wie Demurger schreibt, den Templer zum Vorbild des Gralsritters in seinem „Parzival“ machte. Dies zeigt, dass es nicht nur diejenigen waren, die den Orden verdammten, aber auch die, die die Ritter des Tempels bewunderten. Das änderte aber nichts daran, dass der Orden zum endgültigen Verderb verurteilt wurde.

7. Die Auflösung des Ordens

Am 22. März 1312 hatte durch die Bulle „Vox in excelso“ der Templerorden aufgehört zu existieren29. Es reichten nur ein paar Wörter, den so reichen und mächtigen Orden aufzulösen. Den Orden, dessen Vermögen und Reichtum ein Dorn im Auge Vieler war.Das Eigentum der Templer konnte also endlich aufgeteilt werden. Es handelte sich nun vielmehr nur um ein Feilschen um den größten Anteil. Der Besitz der Templer außerhalb der iberischen Halbinsel ging an die Johanniter über. In Portugal gingen die Güter an den neu gegründeten Christusorden über, unter dem sich viele Templer befanden, die so der Inquisition entkommen waren. In Spanien gingen die Besitztümer teilweise an die Johanniter, an die Hospitalliter und an den ebenfalls neu gegründeten Orden von Montesa. In Kastilien, Aragon, Malorca und Portugal erhielten den Templerbesitz lokale Militärorden, die die Zuflucht für die enteigneten Templer gewährleisten sollten. Die Regierungen und die Kirche konfiszierten die Lager mit Nahrungsmitteln und Stoff, Pferde, Vieh, bewegliches Gut und auch Holz. Den großen Teil des Ordensbesitzes sollte sich Philipp der Schöne angeeignet haben. Manche Historiker behaupten, dass die Ordensauflösung ihm 12 Millionen Pfund einbrachte.

7.1 Die Hinrichtung der letzten Templerritter

Die meisten der überlebenden Templer wurden gut behandelt. Die, die von dem Gericht als unschuldig erklärt wurden oder diejenigen, die sich der Kirche unterstellten, konnten in den ehemaligen Templerhäusern bleiben und bekamen sogar das Geld vom Rest des Ordensbesitzes. Nur die Templer, die ihre Schuld bestritten oder ihr früheres Geständnis widerriefen wurden verbrannt. Viele von den mutigen Rittern wählten diesen Weg.

In Paris wurden aber immer noch vier der höchsten Repräsentanten des Templerordens gefangen gehalten. Am 18. März 1314 wurden sie der päpstlichen Kommission in Paris vorgeführt. Alle sollten zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Hugo von Pairaud und Geoffroi de Conneville nahmen das Urteil an. Moley und Charney leugneten ihre Schuld und machten sich dadurch der Ketzerei schuldig. Noch am demselben Abend wurden am Ufer des Flusses Seine gegenüber dem Königspalast zwei Schauterhaufen errichtet und beide Männer verbrannt, wobei Jacques de Molay der Sagen nach eine Fluch ausgestoßen und den König und den Papst aufgefordert haben soll vor Gott zu erscheinen um für ihre Taten bestraft zu werden. Dieses Benehmen bewunderten alle dort versammelten Zuschauer so sehr, dass sie am Ende der Hinrichtung ihre Asche als Reliquie nahmen.

7.2 Die Erfüllung der Flucht von Molay?

Die Schicksale derer, die sich um die Auflösung und Vernichtung des Ordens am meisten „verdient“ gemacht hatten, gingen bald in Erfüllung. Am 20. April 1314 starb Papst Clement V., / der Arzt, der ihm helfen sollte, ertrank/. Einige Monate später starb auch Nogarat. König Philipp hatte am 29. November 1314 bei einer Jagd eine Begegnung mit einem verletzten Eber. Der König konnte sich nicht im Sattel seines Pferdes halten. Er wurde mit dem Kopf am Boden durch den ganzen Wald bis zum Hofplatz des Königsschlosses in Fontaineblau geschleift.

Nach der Herrschaft Philipps bestiegen den Thron seine drei Söhne. Sie starben 14 Jahre nach Philipps Tod. Damit wurde die 300 Jahre dauernde Herrschaft der direkten Linie des Königsgeschlechts der Kapuleten abgeschlossen. Vielleicht aufgrund der Flucht von Jacques de Molay, den er auf dem Scheiterhaufen ausgestoßen hat.

8. Der Prozeß mit den Templern in anderen europäischen Ländern

Obwohl alle europäischen Herrscher vom Papst zur Verhaftung der Templer in ihren Ländern gezwungen wurden, verlief der Prozeß nicht überall in der gleichen Art wie in Frankreich. Auf grausamste Art wurde mit den französischen Templer umgegangen, da diese schon teilweise noch vor der Eröffnung der einzelnen Prozesse verurteilt wurden. In einigen Ländern Europas verliefen die Verhaftungen und die Prozesse nur formell. Manche Herrscher befolgten den Befehl des Papstes zur Gefangennahme der Templer nur widerwillig und die Ritter wurden menschlich behandelt. Nicht überall wurden die Templer gefoltert und ermordet, wie es in Frankreich geschehen ist. Im Gegenteil, es wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, in einen anderen Orden einzutreten.

8.1 Der Verlauf des Prozesses im Königreich von Aragonien und Portugal

Im Königsreich Aragonien widersetzten sich die Templer der Verhaftung und Einkerkerung. Sie verschanzten sich auf ihren Burgen wie z.B. Asco, Cantaviéja, Villel, Castelle, Chalamare, Manzon und andere. Das Heer von König Jakob II. konnte nur die Burg Peniscola erobern. Die anderen Burgen blieben in den Händen der Templer bis zur deren Aushungerung und sie kapitulierten nur unter der Zusage eines gerechten Prozesses und einer Möglichkeit der Verteidigung. Das Kirchengericht, das in der Stadt Taragona tagte, entschied, dass die Templer unschuldig seien. Einige Jahre später entstand hier ein neuer Orden, dessen erste Mitglieder die ehemaligen Templer waren. Zentrum des neuen Ordens war in Montesa. Ähnlich verfuhr im Prozess gegen den Templer auch der portugiesische König Dionýsius, der für sie einen neuen Orden gründen ließ - Militia Jesu Christi – in den Templer mit ihrem Besitz eintreten konnten.

8.2 Der Verlauf des Prozesses auf den Britischen Inseln

Auf den Britischen Inseln, in England, Island und Schottland verlief die Verfolgung nicht so hart und grausam wie in Frankreich. Mit den Templern, die nicht zu ihrer Sicherheit geflohen waren, wurde sehr nachsichtig umgegangen. Die Engländer verurteilten sie nur zu Hausarest. Sie konnten ihr Eigentum, sogar ihre Waffen behalten. Eine mögliche Ursache dieser Behandlung konnte sein, dass die englische Komturei der Templer über keine besondere Reichtümer verfügte. Man kann eher sagen, dass sie sich durch relative Armut auszeichnete. Noch dazu war in Englang das peinliche Recht nicht erlaubt. 43 Brüder bekannten sich unschuldig in allen Punkten der Anklage. Auch wenn König Eduard, auf Drängen der Inquisition, eine milde Folter erlaubte, kam es bei keinem von den Brüdern zu erpressten Geständnissen. Die Inquisitoren wollten die Gefangenen nach Frankreich, überführen, wo weitaus härtere Folter möglich gewesen wäre. Der König lehnte diesen Ansinnen aber ab. Im Jahre 1311 kam es zu einem Kompromiss. Die englischen Templer erklärten, dass alle diese Beschuldigungen gegen den Orden diesem so viel schadeten, dass sich seine Mitglieder nicht selbst „reinigen“ konnten. Deshalb baten sie die englischen Prälaten um Sündenvergebung und Versöhnung mit der Kirche. Der englische Großmeister lehnte diesen Kompromiss aber stolz ab. Er wurde im Londoner Tower eingesperrt, wo er im Jahre 1313 starb.

8.3 Der Verlauf des Prozesses in Italien

Die Tätigkeit der Templer war in Italien nicht besonders bedeutungsvoll. Es lebten hier nur sehr wenige Templer. Vor der Eröffnung des Prozesses gelang es den meisten Templern zu fliehen. In der Lombardei wurden nur 8 Ritter vor Gerichte geführt. Alle wurden vom Gericht für unschuldig erklärt. In Neapel, Navara und Toskana wurden aber alle Templer schon nach der ersten Untersuchung als schuldig erklärt.

8.4 Der Verlauf des Prozesses in Deutschland

Sehr hart trat gegen die Templer der Erzbischof von Magdeburg auf, der die Ordensbrüder ins Gefängnis warf. Er ging aber noch weiter und wollte über die Ritter selbst richten. Dies erlaubte der Bischof von Halberstadt aber nicht und exkommunizierte ihn. Am 11. Mai 1310 wurden die Ritter in Mainz vom Präzeptor des Tempelhauses von Grumbach verteidigt. Alle 27 Templer beteuerten ihre Unschuld. In Frankfurt kamen die Ritter vor Gericht in voller Rüstung und mit Kriegslanze. Die Richter drängten nicht mehr.

9. Die Templer in Böhmen

Die Templer entwickelten ihre Aktivitäten nicht nur in Frankreich und im Heiligen Lande sondern auch im restlichen Europa. Ihr Tun beeinflusste alle Länder, in denen sie arbeiteten. In dem Böhmischen Königreich konnten sich aber die Templer, in Bezug auf die Anzahl und ihre Stellung, mit den Johannitern überhaupt nicht messen. Dazu trug auch die Tatsache bei, dass die Templer von allen Ritterorden als die letzten nach Böhmen und Mähren kamen.30 Trotzdem war ihre Tätigkeit in unserem Land, die fast 80 Jahre dauerte, nicht unerheblich. Sie beinflußte das Leben, die Wirtschaft und Politik in den Jahren

1232 – 1312. Es war ein Zeitabschnitt der Herrschaft von sieben Königen:

  • Wenzel dem Ersten /1231-1253 /

  • Ottokar dem Zweiten / 1253-1278 /

  • Wenzel dem Zweiten / 1248-1303 /

  • Wenzel dem Drittem / 1305-1306 /

  • Rudolf von Österreich / 1306-1307 /

  • Heinrich von Kärnten / 1037-1311 /

  • Johann von Luxemburg / 1311-1312 /

/vgl.W.Graf, Geschichte der Templerherren in Böhmen und ihres…... /

Nach den meisten Historiker erschienen die Templer auf böhmischem Gebiet zum ersten Mal unter der Herrschaft König Wenzels des I. irgendwann nach dem Jahre 1230. Meistens wird das Jahr 1232 angegeben, in dem die Templer nach Böhmen kamen. Ein Jahr später erscheinen die ersten Templergüter auch in Mähren.31 In demselben Jahr hatten einige tschechische Adelige die Möglichkeit, den Orden in Frankreich kennen zu lernen, wo sie Mitglieder wurden. Nach deren Heimkehr gründeten sie in der Prager Altstadt32 eine Komturei. Von hier aus wurde die ganze Böhmisch-Mährisch-Österreichische Provinz geleitet. Die genauen Umstände des Beginnes des Ordens in unserer Gegend: woher sie kamen, wer der erste tschechische Adelige wurde, ist keineswegs glaubwürdig nachzuweisen. František Skřivánek unter Hinweis auf das Werk von Libor Jan „Pečeti rytířských duchovních řádů v Čechách a na Moravě 1189-1310“ , führt an, dass wahrscheinlich die erste schriftliche Bestätigung der Existenz der Templer in Böhmen und Mähren die Nachricht im Brief des Templerritters Ponce d ´Albon an Ludwig IX. über den Einfall der Mongolen in Polen und Schlesien aus dem Jahr 1241 ist.

„…1233 erwarb sich der Orden der Tempelherren in Böhmen so großen Ruhm, dass viele Adelige aus ihren Burgen Klöster erbauten, Brüder dieses Ordens aufnahmen und mit ihnen dem Allmächtigen dienten.“

/ J.W.Graf, Geschichte der Tempelherren……, S. 55 /

Die ersten Ritter, mit deren Namen die Anfänge des Ordens in Böhmen und Mähren verbunden waren, sind:

  • Ponce d ´Albon, Ritter Johann / Preceptor für Deutschland, Böhmen, Mähren und Schlesien – 1251 /

  • Bruder Fridrich / Komtur des Rittertemplerhauses in Mähren /

  • Bruder Widekind / Großpreceptor für Deutschland und Slawen /

  • Friedrich Sylvestr. In der Literatur erscheint sehr oft der Name des Ritters, der nur Bruder Ekko / Ecko, Echko / genannt wird. Er sollte als Komtur in Čejkovice, in Uhříněves, in Prag, als Meister für Böhmen und Mähren im Jahre 1297 und seit dem Jahr 1302 als Komtur für die Provinzen Böhmen, Mähren und zum ersten Mal auch Österreich wirken.

9.1 Berthold von Gepzenstein

Die politische Bedeutung der Templer in unserem Land wuchs nach ihrer Ankunft sehr rasch. Der böhmische König Přemysl Otakar II. tendierte mehr zu dem Deutschen Orden, aber sein Nachfolger König Václav II. hatte unter seinen einflussreichsten Ratgebern den Templer Berthold von Gepzenstein. Berthold kam nach Prag wahrscheinlich im Jahre 1290 zusammen mit Rudolf Herzog von Österreich und Schwaben. Joseph Wilhelm Graf bezeichnet ihn als einen klugen und vorsichtigen Schwaben, der wegen seiner Religiosität das Zutrauen des Königs gewann. Oftmals wurde er vom König in Staatsgeschäften zu Rate gezogen. Die Wahrheit seiner Wörter bestätigt auch die berühmte Chronik von Zbraslav, wo wir eine Erwähnung von diesem Templer, der zugleich ein Ratgeber und Beichtvater vom König Wenzels des Zweiten war, finden.33

9.2 Die „böhmischen“ Templer und Politik

Der Einfluß und die politische Macht der Templer im böhmischen Königsreich festigten sich fortlaufend. Ordensmitglieder wurden auch Angehörige der bedeutendsten böhmischen, mährischen und schlesischen Geschlechter / z.B. Petr Berka von Dubé /.

Nach der Ermordung Václav III. in Olmütz im Jahr 130634 blieben die Templer dem Haus der Přemysliden treu. Sie begannen die Schwester des ermordeten Königs und ihren Ehemann Heinrich von Kärnten zu unterstützen. Sie traten auf diese Art gegen die böhmischen Stände an, die auf den böhmischen Thron Rudolf von Habsburg, den Sohn des römischen Königs Albrecht, haben wollten. Rudolf von Habsburg erzwang durch einen bewaffneten Einfall seine Einsetzung auf den böhmischen Thron. Heinrich von Kärnten, der nur sehr kurze Zeit König war, floh und versteckte sich mit seiner Frau auf dem Vyšehrad. Von hier floh er, mit Hilfe von Templern, nach Kärnten. Die tschechischen Herren leisteten den Eid der Treue für Rudolf. Die Templer lehnten dieses ab. Sie bemächtigten sich der Burgen Křivoklát und Švihov und bereiteten sich zu einem militärischen Feldzug gegen Rudolf vor. Bevor dieser verwirklicht werden konnte, wurde Rudolf ermordet. Ein Jahr später wurde auch sein Vater, der römische König Albrecht, ermordet und so kam Heinrich von Kärnten nach Böhmen zurück.

Nach der Besteigung Heinrich von Luxemburg auf den deutsch-römischen Thron änderte sich die politische Orientierung der Templer grundlegend. Als böhmischen König setzten sie den Sohn von Heinrich von Luxemburg, Johann von Luxemburg ein.

9.3 Die Besitze des Templerordens in Böhmen, Mähren und Schlesien

Im Jahre 1250 war schon der Templerorden im Böhmischen Königsreich sehr ausgebreitet. In Böhmen und Mähren hielt man die Templer für Geschäftspartner mit denen man Geschäfte und Verträge schließen konnte. Sie waren Besitzer von ausgedehnten Grundstücken, sogar von ganzen Dörfern, die sie sehr oft als Schenkungen als Eigentum erwarben.35Im Vergleich mit den anderen zwei Ritterordern, die über fast 20 Komtureien verfügten, disponierten die Templer nur über sehr wenige Komtureien. František Skřivánek schreibt in seinem Buch von:

  • Der Prager Komturei / fungierte als Preceptorei /

  • Uhříněves / Heutiger Teil der Hauptstadt Prag 10. Dem Besitz der Templer, wurde es im 13. Jahrhundert übereignet. Nach der Ordensauflösung fiel diese den Johannitern zu /

  • Jamolice in Mähren, bei Moravský Krumlov mit der Burg Tempelstein. Die Templer sollen nach Jamolice schon vor dem Jahr 1279 gekommen sein. Sehr rasch erwarben sie hier in ihrem Besitz die Dörfer Jamolice, Dobříšsko, Petrovice und Popice. Der Orden hatte das Patronatsrecht über die Kirchen in Horní Dubňany, Dobříšsko und Jamolice und über die Filialkirchen in Dukovany und Bohuslavice bei Tempelštejn. In den Jahren 1282-1297 bauten die Templer auf einem steilen Gebirgsausläufer auf dem rechten Ufer des Flusses Jihlava die Burg Templeštejn, die der Kreuzritterburg Krak im Heiligen Land ähnlich war. Die ersten Nachrichten von der Burg Tempelštejn, stammen aus dem Jahr 1298. Die Burg selbst, die zu den sogenannten Mantelwandbürgen gehörte, war nicht besonders groß. Den ursprünglichen fünfwinkeligen Kern ohne Turm umgab eine durch 2 Meter dicke und 12 Meter hohe Wand. Schon im Jahre 1281 wurde die Burg als Sitz des Komturs Dětrich präsentiert. Die letzten Nachrichten über die Templer auf der Burg Templštejn sind aus den Jahren 1301 und 1303. Im Besitz des Ordens war die Burg, die zu den letzten Burgen der Templer in Mähren gehörte, wahrscheinlich bis zum Jahr 1312.Im Jahre 1318 fiel die Burg dem Berthold Pikner aus Pirkenštejn zu. Die Burg Tempelštejn gehört mit seinen 5000 m2 zu den größten in Mähren

  • Čejkovice bei Hodonín / Komturei seit dem Jahr 1248. Die erste Erwähnung über den Orden und den Komtur Friedrich in Mähren können wir schon in der Urkunde österreichischen Herzogs Friedrichs II. vom 23.1.1243 finden. Nach der Auflösung des Ordens fiel diese dem König anheim. /

  • Šakvice

  • Glubčice in Schlesien

  • Als Komturei wird in einigen Quellen auch das Dorf Rakvice36 angegeben. /Vier geschenkte Gründe von Ritter Oldřich37 Sponheim. Komturei seit dem Jahr 1269/

Au3er diesen Hauptsiedlungen, sogn. Komtureien gehörten den Templern auch zahlreiche Dörfer, Städte, Schlösser, Burgen, Güter und andere Grundstücke wie zum Beispiel:

  • Dubňany

  • Dukovany - im Jahre 1247 sollte die Burg Rabstein Gottfried aus Ramenstein gehören, der im Jahre 1252 Templerritter wurde. Im Jahre 1298 ist die Burg im Besitz von Alsik aus Tokowan, der auf der Burg bis zu seinem Tod im Jahre 1325 bleiben konnte.

  • Bohuslavice

  • Popovice38 - / Geschenkt wurde es dem Orden von zwei Brüdern, Abel und Vícemil, bei der Ordensaufnahme./

  • Vsetín39 - / Die Templer gründeten hier die Burg Freundsberg40. Der genaue Standort ist aber nicht bekannt. Man behauptet, dass es die Ruine auf einem felsenreichen Massiv Klenov oder Zamčisko sein konnte. Diese Ruine liegt in einer Höhe von 678 Metern über dem Meeresspiegel oben dem südlichen Ufer des Stausees Bystřička. Die schriftlichen Beweise fehlen. Die Burg war wahrscheinlich im Besitz der Templer seit dem Jahr 1308. Nach der Auflösung des Ordens wurde sie dem Verfallspreis gegeben und ab dem 15. Jahrhundert konnte man den genauesten Standort nicht mehr feststellen. Weitere genaue Informationen stehen aber nicht zur Verfügung. /

  • Altenburg / Schlo3, gehörte zu Kopidlno /

  • Blattna

  • Bubín / Stadt cca 10 km von Prag, die Templer hatten hier eine Residenz /

  • Chwalkowicz

  • Eger

  • Dolan / Dorf mit Kirche /

  • Bürgliz / cca 8 km Meilen westwärts von Prag /

  • Frauenberg

  • Gradliz / Schloß an der Elbe /

  • Heuraffel / Kirche, die an der Moldau zwischen Friedberg in Böhmen und Weißenbach in Österreich lag /

  • Kadow

  • Klingenberg / Burgschloß.Lag an dem Ausfluß der Wattawa in die Moldau, etwa 13 km von Prag entfernt /

  • Klo3ter / Schloß, cca 12 km von Prag /

  • Krakov / cca 10 km von Prag /

  • Kunjetiz / Schloß. Ein Gerücht sagt, dass es eine Komturei war. Die einzige schriftlich belegte Kommturei waren aber nur Czejkovice, Uhříněves, Vodochod/

  • Písek

  • Pösig

  • Priesnicz

  • Podweseliz

  • Pottenstein

  • Serowiz

  • Sternberg / Schloß, cca 10 km südöstlich von Prag an der Sazawa /

  • Wamberg

  • Weleschow

  • Zleb

  • Zrutsch.

/ vgl. Joseph Wilhelm Graf, Geschichte der Tempelherren in Böhmen und ihres Ordens überhaupt /

9.4 Templer in Čejkovice

In welchem Jahr die Templer nach Čejkovice kamen, kann heute schon niemand mit Bestimmheit sagen. Wahrscheinlich war es am Anfang des 13. Jahrhunderts, besser gesagt um das Jahr 1237. František Skřivánek führt in seinem Buch „Templáři v zemích koruny české“ an, dass die heutige Stadt Čejkovice bei Hodonín in den Besitz der Templer im Jahre 1248 kam. Ursprünglich sollte es sich nur um vier Gründe in Rakvice handeln. Das belegt die Urkunde „Actum est hoc in Schaeikwitz“ aus dem 15. November 1248, die der Fürst Oldřich von Sponheim41, der im Jahre 1237 Herr des Gebiets Břeclavsko wurde, herausgegeben hat. Diese Urkunde stellt zugleich die erste schriftliche Erwähnung über die Templer in Čejkovice – Templariis residentibus in Schaeikwitz, dem Tempelhaus und dem Dorf dar.42 Die Existenz der Templer in Čejkovice ist sehr eng mit der Festung verbunden, die die Ordensmitglieder im Jahre 1248 ausgebaut haben.43 Einige Jahre später, im Jahre 1269, ist sie Komturei geworden.44

Dass die Templer ihre Aktivitäten in Mähren schon in den 30-er Jahren des 13. Jahrhunderts entwickelten, belegt nach Libor Ján noch eine andere Erwähnung. In seinem Buch „Čejkovice 1248-98“ führt er einen Beweis dazu. Am 23. Januar 1244 erlaubte der österreichische Herzog Friedrich Bojovný dem Světelský Kloster zweimal jährlich zwei Talente Salz, ohne Maut, über die Donau zu transportieren. Als Zeuge dieser Entscheidung wurde Friedrich, Komtur des Tempelordens in Mähren – Commendator domus militae Templi per Moravan, angeführt.

Das alles beweist, dass die Templer in Mähren fest angesiedelt waren, denn sie hatten hier ihren höchsten Repräsentanten. Er sollte wahrscheinlich auch die Güter in Österreich, in Wien und seiner Umgebung, verwalten, wo keine Selbstkomturei fungierte.

Die Templer gaben dem Dorf Čejkovice den urwüchsigen Impuls, sie bestimmten eine Richtung in der Politik und Wirtschaft, auf der die Stadt noch heute baut. In der Zeit des Komturs Ekko war das Ordenshaus Čejkovice weit und breit der wichtigste Sitz des Ordens. Diese Bedeutung trug sich auch auf die Ortschaften über, die sich unter dem Dorf erstreckten.

9.4.1 Der Streit der Templer aus Čejkovice mit den Zisterziensern aus Žďár

Eine weitere schriftliche Nachricht, die die Existenz der Tempelritter in Čejkovice belegt, ist der Streit um das Pfarrrecht des Nachbardorfes Vrbice45, genauer gesagt um den Zehnten, zwischen den Čejkovice Templern und den Zisterziensern aus Žďár in den 60-er Jahren des 13. Jahrhunderts.

Auf einer Seite waren es die Templer, die am 25. September 1269 die Abführung der Zehnten für ihre Pfarrkirche in Čejkovice forderten, auf der anderen Seite war es der Abt aus Žďár, der die gleichen Ansprüche im Namen der Pfarrkirche in Kobylí machte. Ursprünglich sollte den Streit der Bischofsoffizial Meister Heidenrich46 lösen. Als aber der Advokat der Žďárer Zisterziensern zur Vernehmung der Zeugen nicht eintraf, bestimmte der Offizial einen neuen Vertreter der Zisterzienser, den Meister Jindřich / Mitglied des Deutschen Ordens, Doktor der Dekrete /. Das alles geschah mit der Zustimmung des Prokurators der Tempelritter. Die ganze Sache war damit aber bei weitem noch nicht gelöst. Einerseits kannte sich Meister Jindřich in dem ganzen Fall nicht aus, zweitens hatte er keine Möglichkeit alle notwendigen Akten zu studieren. Aus diesem Grunde leitete er die ganze Angelegenheit an höhere Stellen weiter, genauer, an den Mainzer Erzbischof. Der Abt und der Konvent der Žďárer Zisterzienser wollten den Streit auf diesem Niveau nicht lösen und baten deshalb den Bischof Bruno um den endgültigen Urteilsspruch. Am 25. Oktober 1269, beim Aufenthalt des Olmützer Bischofs in Telč, wurde das endgültige Urteil verkündigt. Der Kirche in Čejkovice sollten das Pfarrecht und der Zehnte des Dorfes Vrbice gehören. Der Kirche in Kobylí sollte der Zehne von 6 Hufen / der mittleren Qualität / in Vrbice zufallen. Die Pfarrkirche aus Čejkovice hat den ganzen Streit zwar gewonnen aber auch der zweite Beteiligte ging nicht leer aus. In dem ganzen Fall ging es nicht nur um die Abgabe der Zehnten sondern vor allem um den sogn. Obediensstreit, das heißt in welchen Kirchensprengel das Dorf Vrbice gehören soll.

9.5 Komtur Ekko

Mit der Komturei Čejkovice ist eng die Persönlichkeit des Komturs Ekko47 / frater Ekko, domus templariorum de Schaevicz comendator / verbunden. Die Herkunft dieses Ritters ist nicht genau bekannt. Wahrscheinlich wurde er als jüngerer Sohn eines nicht besonders bedeutungsvollen adeligen Geschlechts auf dem Gebiet des Römischen Reiches geboren. Nach Libor Ján war voraussichtlich seine Muttersprache Deutsch, was sein Name Ekko – Ekhard belegen soll.

František Skřivánek führt in seinem Buch „Templáři v zemích koruny české“ an, dass die erste Erwähnung über den Ritter Ekko erst im Jahre 1294 erscheint. Aber im Buch „Čejkovice 1248-98“ von Libor Ján können wir schon das Jahr 1292 finden, in dem Ekko an einem Streit zwischen dem Velehrad Kloster und Siegfried Sirotek aus Nejdek beteiligt ist. Der Komtur Ekko war in den Jahren 1294-1295 an mehreren Transaktionen beteiligt, was aber wichtiger ist, ist die Tatsache, dass Ekko in den historischen Quellen als der Komtur in Čejkovice und als der Vorgesetzte in Uhříněves bezeichnet wurde. Später vertrat er auch die Interessen des Prager Hauses. Am Ende der neunziger Jahre des 13 Jahrhunderts tritt er als der Landeskomtur für Böhmen, Mähren und Österreich ein. Über sein Leben und die Umstände seines Todes wissen wir aber nur sehr wenig, trotzdem blieben ein paar schriftliche Belege erhalten, die den Komtur Ekko erwähnen:

  • 27. September 1297 – Ekko wurde von Oldřich II. aus Hradec {Ulrich von Neuhaus} als Ordensmeister für Böhmen und Mähren ernannt / magistro ordinis templi per Bohemiam et Moraviam /. Oldřich, einer der mächtigsten böhmischen Barone, gab an demselben Tag eine Urkunde in Jindřichův Hradec heraus, in der er Ekko und seinen Orden den Hof beim Dorf Rudgerschlag48 schenkte.

  • 30. September 1297 – Ekko nimmt an der Sitzung der drei mährischen Landesgerichte49 in den Räumen des Domkapitels bei St. Peter in Brün teil. Der mährische Adelige, Protiva aus Doubravice, gab hier eine Urkunde heraus, in der bestätigt wurde, dass er einen Teil seines Besitzes50 dem Templermeister für Böhmen und Mähren, dem Ekko, für 250 Pfund verkauft. Ein Teil des gleichen Besitzes hat er demselben Orden geschenkt.

  • 3. März 1308 – Der nordmährische Adelige Vok aus Kravaře aus dem Geschlecht Benešovců gab eine Urkunde heraus, in der er vom Landeskomtur Ekko / magistri ordinis dicti domorum per Bohemiam et Morauiam / die Stadt Vsetín in Pacht übernahm. In diesem Fall handelte es sich um die Erbpacht51 der Stadt Vsetín mit der Burg Freundsberg und der ganzen Herrschaft auf die Dauer von 31 Jahren. Die Templer behielten sich auf dem verpachteten Gebiet die Patronatsrechte von allen Kirchen, die schon gebaut waren oder gebaut werden sollten, vor. Zu jeder Kirche sollte eine Freihufe, eine kleinere Getreideabgabe / eine Metze Hafer und Korn von jeder Hufe jährlich – vom Volk teczin genannt / und der gemeinsame Ertrag von jeder zehnten Hufe gehören. Der Kirche in Vsetín sollte die Mühle gehören und dazu noch sollten die Templer eine Hälfte von Allem bekommen, was durch den Bergbau gewonnen wurde.

  • 24. Februar 1309 – die letzte historische Erwähnung über dem Landeskomtur Ekko. In diesem Jahr verkauft er zusammen mit seinem Ordensbruder Friedrich Sylvester52 alle Güter, die der Orden in Fischament, Rauchenwart und Schwechat hatte.

Obwohl die Anzahl der Templer in den böhmischen Ländern und Österreich nicht so groß war, trotzdem war ihre Tätigkeit am Ende des 13. und am Anfang des 14. Jahrhunderts nicht geringfügig. In dieser Zeit, in der die Templer von Ekko vertreten worden waren, beteiligte sich der Orden ganz bedeutungsvoll an dem dynamisch wachsenden politischen Leben in dem böhmischen Königsreich. Ekko bewegte sich auf dem Hof des böhmischen Königs Wenzel dem Zweiten und nach dem Aussterben des letzten Premysliden verteidigt er die Ansprüche des Geschlechts der Habsburger auf den böhmischen Thron. Nach dem Tode des jungen Königs Rudolf unterstützte er seinen Bruder Friedrich.

Die Templer beteiligten sich an dem politischen aber auch wirtschaftlichen Leben in Böhmen, Mähren und Schlesien. Ihren größten Einfluß hatten sie in den sechziger und neunziger Jahren des 13. Jahrhunderts. Obwohl die Tätigkeit des Ordens bei uns nicht so bedeutend und einflußreich wie in Frankreich oder dem Heiligen Land war, kann man trotzdem noch heute einigen von ihren Symbolen begegnen. Dies beweisen einige gegenwärtige Dorfwappen /siehe Anlage /.

9.6 Das Ende des Templerordens in Böhmen, Mähren und Schlesien

Den erhobenen Beschuldigungen gegen den Orden wurde keine große Bedeutung zugemessen. Vielmehr rechnete man mit „ der Reinigung“ der Templer. In unserem Land hatten sie fast keine Feinde und noch dazu erfreuten sie sich der Gunst der Könige. Der Prager Bischof Jan von Dražice war bei der Übernahme der Templer in den Johanniterorden sehr rücksichtsvoll. Vielleicht auch deshalb kam es bei uns zu keinem Inquisitionsprozess gegen Mitglieder des Ordens. Trotzdem musste der Orden aufgelöst werden. Dies geschah im Jahre 1312 durch eine päpstliche Urkunde.

Die Ordensmitglieder wurden dabei ganz gut behandelt. Im Unterschied zu ihren französischen Brüdern, die grausam gefoltert wurden und lange Monate im Gefängnis verbrachten, verloren die böhmischen „nur“ ihre Besitztümer:

  • Das Prager Ordenshaus beim St. Vavřinec in der Altstadt übernahmen die Johanniter. In dem Vertrag aus dem 9. Juni 1313 verkaufte der Vorgesetzte der Johanniter den Dominikanerinnen die ehemalige Komturei der Templer für 130 Schock Prager Groschen.

„ …der ehemalige Hof der Tempelherren bei St. Laurenz in Prag sammt seinen beträchtlichen Bestandteilen innerhalb der Stadt, nähmlich Häusern, Hofräumen, Zinsen und anderen dazu gehörigen Rechte gelangte an die Johanniter. Schon im folgenden Jahre /1313/ verkaufte ihn Graf Berthold von Henneberg, Großprior des Johanniterordens für Böhmen, Polen, Mähren und Österreich als eine für seinen Orden unbrauchbare Besitzung den Dominikanerinnen, die auf der Kleinseite unter dem Laurenzberge zur heiligen Anna zehn Jahre wohnten, für 130 Schock Prager Groschen, etwa 2000 Golden Conventionsmünze.“

/Joseph Wilhelm Graf, Geschichte der Tempelherren in Böhmen und ihres Ordens überhaupt, Seite 78 /

  • Die Komturei in Uhříněves behielten sich die Johanniter. Außer dem dortigen Dorf, der Festung und dem Meierhof gehörten zu der Komturei auch die Dörfer in der Umgebung: Trhovec, Kolovraty, Voděrady, Zděraby, Přestavlky, Lipany.

  • Die Pfarre in Horní Dubňany trieb im Jahre 1503 der Komtur der Johanniter aus Brünn ein.

  • Als der erste Besitzer des Dorfes Čejkovice nach den Templern wurde erst im Jahre 1318 der Grubenbesitzer Berthold Pikner aus Kutná Hora erwähnt. Im Jahre 1346 sollten Čejkovice die Söhne und die Enkel des Jindřich von Lipé im Besitz haben. Später war der Besitzer Jan Adam von Vítkov und ab 1642 der Jesuitenorden. Seit dem Jahr 1773 übernahmen das ganze Eigentum die Habsburger und das dauerte bis 1918. In diesem Jahr kamen in das Eigentum des Staates die Keller in Čejkovice.

Die meisten von den Besitzen der Templer wurden den Johannitern und Kircheninquisitoren übereignet oder wurden geraubt. Ähnlich wie in anderen europäischen Ländern wurde auch den Templern in Böhmen, Mähren und Schlesien die Möglichkeit gegeben, sich anderen Ritterorden anzuschlie3en.

„……nach dem Berichte mehrere vaterländischen Schriftsteller und ihrer Gewährsmänner soll König Johann mehr als 20 tempelrische Schlösser und Burgen zur königlichen Kamer eingezogen haben, während einige von den Rittern selbst behalten und auf ihre Nachkommen vererbt wurden.“

/ J.W.Graf, Geschichte der Tempelherren in Böhmen und ihres../

10. Der Deutsche Orden

In Deutschland waren die Templer nicht so populär wie in Frankreich oder England, weil sie hier einen ganz starken Konkurenten hatten – den Deutschen Orden, der im Jahre 1190 in Akkon gegründet wurde. Seine Anfänge hängen mit der Deutschen Hospitalbruderschaft Damus Hospitalis Sanctae Mariae Teutonicorum in Jerusalem zusammen. Diesen gründeten die Bürger der Städte Lübeck und Bremen bei der Belagerung Akkons im Jahre 1190. Im Jahre 1198 wurde der Orden zu einem Ritterorden erhoben. Nach Johannitern und Templern war der Deutsche Orden der dritte der großen geistlichen Ritterorden. Nach dem Vorbild der Templer wurde der weiße Mantel übernommen. An die Stelle des roten trugen seine Mitglieder das schwarze Kreuz. Sehr bedeutend wurde der Deutsche Ritterorden von deutschen Fürsten und Kaisern unterstützt und bald gewann er erhebliche Besitze nicht nur im Heiligen Land, sondern auch in Süd- und Mitteleuropa53.

10.1 Der Deutsche Orden in Böhmen, Mähren und Schlesien

Es ist wichtig zu sagen, dass der Orden der Brüder des Deutschen Hauses Heiliger Jungfrau Maria von Jerusalem, im böhmischen Land zur Wende des 12. und 13. Jahrhunderts in Erscheinung getreten ist. Man kann voraussetzen, dass es einige Jahre früher war, als die Ankunft der Templer. Der älteste Wohnsitz und ihr Organisationszentrum entstanden nach M. Wihoda in Prag in den Jahren 1197-1203. Sein Gründer sollte mit großer Wahrscheinlichkeit der Markgraf Vladislav Jindřich gewesen sein. Zu einer markanten Festigung der Ordensposition kam es unter der Herrschaft von Přemysl Otakar I., der den Besitz von allen Güter bestätigte, die er dem Orden selbst zugeteilt hatte. In der Zeit als zum ersten Mal der Templerorden im böhmischen Land erschien, hatte hier der Deutsche Orden schon eine ganz gut aufgebaute und politisch gefestigte Position und war Besitzer von vielen Grundstücken.

Der böhmische König Přemysl Otakar II., hatte ein Nahverhältnis zum Deutschen Ritterorden. Durch seine Eroberung gegen die baltischen Heiden gewann er den Titel eines Kreuzzugskönigs. In den Jahren 1225-1228 unternahm er einen Feldzug gegen Preußen, um sich hier an der Christianisierung zu beteiligen. Später gründete er hier auch die Stadt Královec {Königsberg}. Přemysl Otakar II. befreite den Orden von der Gerichtsbarkeit der Königsrichter und Beamten und erteilte seinen zwei Marktdörfern - Miletín und Chomutov das Recht, das mit der Galgenaufstellung zusammenhing.

10.2 Der Deutsche Orden und die Christianisierung

Im Jahre 1226 bekam der Orden vom Kaiser Friedrich II. eine Beauftragung zur Einführung des Christentums auf damals heidnischem Gebiet der baltischen Preußen. Im März 1226 räumte dem Orden der deutsche Kaiser in der berühmten Goldenen Bulle von Rimini die Herrschaft über Chelmel Land in Polen ein. Zugleich bat den Orden auch der polnische Herzog Konrád von Masowien und Kujawien um Hilfe gegen die kriegerischen Pruzzen54, die sich jeder Missionierung mit Gewalt widersetz hatten.

Im Jahre 1233 begann unter der Führung des Großmeisters Hermann von Salza eine Expansion Richtung Osten, damit das Land endlich bekehrt und in die christliche Gesellschaft eingegliedert werden konnte, notfalls mit der Waffe. Schrittweise kam es zur Germanisierung der Bevölkerung und fester Ansiedlung des Ordens. Die Wirkungsstätte des Ordens wurde so in den Ost- und Nordosteuropäischen Raum verschoben55. Die Hauptsiedlung wurde im Jahre 1308 Marienburg56 und später Königsberg57.

Preußen war seit dem Jahr 1309 Ordensland und in der gleichen Zeit kam es zum größten Aufschwung des Ordensruhms. Der deutsche Orden, im Vergleich zu den Templern, verteidigte und behauptete seinen Platz in der Gesellschaft. Trotz alle Hindernisse, die vor ihn die historischen Geschehnisse lagen, blieb seine Existenz erhalten.

11. Das Schicksal des Templerschatzes

Die Historie des Templerordens endet aber nicht mit seiner Auflösung. Bald nach seiner Auflösung erschienen die ersten Legenden über die entflohenen Templern, den Geheimgemeinschaften, den versteckten Schätzen, geheimnisvollen Urkunden und seltsamen Verbindungen zu den bedeutendsten Religionssymbolen / z.B. Turiner Leinwand58, die Bundeslade, der Heilige Gral und andere /. Ein guter Grund zur Entstehung aller diesen Legenden, die ganz oft unglaublich schienen, kann das Schicksal des Templerordens sein. Die Grundstücke des Ordens wurden zwar in Beschlag genommen aber man sagt, dass an dem verhängnisvollen Tag der Massenverhaftungen ein riesiger Teil des Schatzes geheim die Stadt Paris verließ und in den Hafen La Rochelle am Ärmelkanal transportiert wurde. Von dort aus sollte es die Templerflotte an einen unbekannten Ort bringen, wo es nie gefunden werden konnte. Dank diesem Reichtum sollten die überlebenden Templer eine Geheimorganisation gründen, die als die Freimaurer bekannt wurde.

Es existiert eine Theorie, nach der die entflohenen Templer nach Schottland kamen, wo ihnen der schottische König Robert Bruce Asyl gewährte. Die Theorie geht aber noch weiter und verbindet diese Begebenheit mit der Entstehung der Freimaurer in Schottland am Anfang des 17. Jahrhunderts.

Mit dem Schicksal des sogenannten Templerschatzes beschäftigt sich in seinem Buch „Osudy zlatých pokladů“ auch Milan Vároš. Er verweist auf das Jahr 1745, in dem, wie er schreibt, ein Brief von Jakob de Molay in Paris erfunden wurde. Dieser wurde an Molays Neffen, den jungen Graf Guichard de Beaujeu, adressiert. Molay teilte Guichard mit, dass im Sarg seines Großvaters59 ein beträchtlicher Teil des Templerschatzes versteckt ist. Der Brief enthielt auch den Plan und die Ortbeschreibung, wo der Rest des Goldes und des Schatzes vergrabt ist. Das gleiche sollte auch der französische Autor Robert Charroux in seinem Buch „Poklady světa“ behaupten. Jakob de Molay begegnete im Gefängnis dem Graf Guichard de Beaujeu und soll ihm verraten hatten, dass in der Gruft seines Großvaters kein toter Körper liegt, sondern die wichtigsten Aufzeichnungen und viele andere Schätze. Die Gruft des Templer Großmeisters suchten schon viele aber ohne den geringsten Erfolg.

12. Das Chinon Pergament

Am 25. Oktober 2007 erschien in einer begrenzten Auflage von 799 Exemplaren /der 800-ste war für den Papst Benedikt XVI. bestimmt / eine Zusammenfassung von den Urkunden, Processus contra templarios genannt, die den bekannten Prozeß gegen den Templerorden betrifft. Das Dokument, der fast sieben Jahrhunderte geheimgehalten war, enthält alle Fakten, die das ganze Gerichtsverfahren zusammenfassen, die am Anfang des 14. Jahrhunderts mit den Ordensmitgliedern die katolische Inquisition führte. Ein Bestandteil der Sammelschrift sind auch die Reproduktionen der Originalpergamente in Latein, die Kopien der Wachssiegel, die die Inquisition im 14. Jahrhundert verwendete und die Reproduktion des sogenannten Chinon Pergament.

Das Chinon Pergament, den im vatikanischen Archiv im Jahre 2001 die italienische Historikerin Barbara Frale entdeckte, soll zur Rehabilitation des Ordens führen.

Des Ordens, der im Mittelalter der mächtigste und größte christliche Ritterorden war – die Templer. Die Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die sich der Problematik des Templerordens widmen, behaupten, dass das Chinon Pergament eine klare Antwort auf alle Spekulationen, die sich um das Templerorden und seiner Auflösung bis zur heutigen Zeit verbreiten, gibt. Das Schlüsseldokument, von der Grö3e 700*580mm, der ursprünglich mit den Siegeln der drei Papstlegaten versehnt wurde / diese bildeten die Apostelkommission – ad inquirendum /, gab Papst Clement V auf einem französischen Schloß im August 1308 heraus. Das Pergament belegt, dass der Papst die Templer nicht für Häretiker hielt, und dass sich die Beschuldigungen der Häretik nicht bestätigten. Dieses Dokument beinhaltet unter anderem die Sündenvergebung, die der Papst dem Großmeister Jacques de Molay und anderen Ordensvorsitzenden gewährte, nachdem sie büßten und die Kirche um Vergebung der Sünden baten.

Das Chinon Pergament belegt, dass der Papst eine radikale Reform des Ordens plante. Fortlaufend wollte er den Orden der Templer in einen „Körper“ mit dem zweitwichtigsten Militärkirchlichen Orden, dem Orden der Hospitaliter, verbinden. Die Französische Monarchie reagierte auf das Dokument ganz anders, als der Papst erwartete oder vielleicht auch hoffte. Es begann ein wirklicher Gerichtsprozeß, der am Ende den Papst dazu zwang, die endgültige Entscheidung des Wiener Kongres / 1312 / anzunehmen. Zum Schluß entschied er sich dazu, den Orden „con norma irreformabile e perpetua“ /bull Vox in excelso, 22. März 1312 / aufzulösen. Der Papst Clement der V. sollte aber anführen, dass diese Entscheidung nicht das gleiche war, wie die Verurteilung der Templer für die Ketzerei.

Die Kopie des Pergaments ist heute im vatikanischen Archiv unter der Referenznummer Archivum Arcis Armarium D 218 hintergelegt.

13. Warum die Templer?

„Der Prozeß mit den Templern war kein gewöhnlicher Strafprozeß. Es handelte sich um einen politischen Prozeß, dessen Aufgabe war, nicht die Wahrheit ans Licht zu bringen, sondern aus einem Verdächtigen einen Schuldigen zu machen.“

/ Alain Demurger, Die Templer, S.267 /

Von allen Ritterorden, die damals existierten, war es nur der Templerorden, der eine so bewegte Historie hatte. War die Ursache für seine Aufhebung der Habgier des französischen Königs Philipp IV. „der Schöne“, oder die Angst vor dem wachsenden politischen und wirtschaftlichen Einfluß des Ordens? Auf diese Frag kann heute schon niemand mit Bestimmheit antworten. Aufgrund der festgestellten Fakten und der Möglichkeit der Vergleichung des Prozesverlaufes in einzelnen Ländern ist es möglich der ersten Version den Vorzug zu geben: Hab- und Machtgier.

„ Philipp der Schöne suchte während seiner ganzen Regierungszeit Geld. Er setzte alle Hebel und Druckmittel ein, um Steuern, den Zehnten auf den Klerus zu erheben, um die Juden, Lombarden und Wucherer auszupressen. Also warum nicht der Templerorden? ……………… . Die Denunzierungen Esquiens von Florian gaben ihm die Gelegenheit, sich das Reichtum des Ordens zu bemächtigen“60.

Der Brennpunkt des Bösen, das zum Ordensende führte, war in Frankreich auf dem Königshof. Hier verliefen die unmenschlichsten und grausamsten Untersuchungen gegen den Templerorden. Von hier wurde sehr bedeutend sogar der Papst beeinflußt. Durch den Prozeß mit den Templern hatte Philips eine einzigartige Möglichkeit wie er seine Überlegenheit den Papstmajestät fühlen lassen kann. Als es zur Bedrohung des Papstamtes kam und der Papst stellte fest, dass er den Prozessen nicht hindern kann, warf die Templer über Bord.

In Anbetracht der großen Finanzproblemen, die Philipp hatte, kann man voraussetzen, dass der „Hauptschuldige“ der ganzen Aktionen ein sagenhafter Templerschatz gewesen sein soll. Wegen diesem wurden die Templer sinnloser Verbrechen beschuldigt, gerichtet und verbrannt. Obwohl viele von den Rittern ermordet wurden und andere auseinandergejagt lebten in ganz Europa, an dem Fund ihres sagenhaften Schatzes erfreute sich niemand. Es fand ihn auch der französische König nicht, der am Anfang des 14. Jahrhunderts eine Welle von Prozessen gegen den Templer entfesselte.

Das ganze Geschehen um den Templerorden erfassen am besten die Wörter von Alain Demurger aus dem Buch „Die Templer“ aus der Seite 13:

„Der Templerorden war eine Schachfigur, ein Sündenbock in der Partie, in der sich geistliche Macht / der Papst / und weltliche Mächte / die administrativen und territorialen monarchischen Staaten / gegenüberstanden.“

14. Zusammenfassung

Das Ziel meiner Arbeit war, wie ich am Anfang erwähnte, die ganze Geschichte des Templerordens in Westeuropa, Böhmen und Mähren kurz zu beschreiben. Ich wollte feststellen, welche Hauptgründe es waren, die zur Aufhebung des Ordens führten, wer der Hauptanteil an der Auflößung der Templerritter hatte und wie groß der Anteil der Ritter des Temples an der Politik und der Wirtschaft in Böhmen und Mähren war.

Zur Verfügung hatte ich Bücher einiger tschechischen und auch ausländischen Autoren. Noch dazu bekam ich viele Informationen, die im Internet verfügbar waren. Diese nahm ich aber nur als Ergänzungsmaterial. Am besten fand ich die Arbeit mit dem Buch von Jaroslav Šedivý „Tajemství a hříchy rytířů templářského řádu“, dessen Behandlung dieses Themas es mir sehr nahe brachte und ich halte es für das allgemeinverständlichste. Was aber die Menge der Informationen betrifft, war das umfangreichste die Publikation von Alain Demurger „Die Templer“. Die meisten Informationen zum Thema der Templer in Böhmen und Mähren fand ich aber in den Büchern von Libor Ján – „Čejkovice 1248-68“ und von František Skřivánek – „Templáři v zemích koruny české“.

Viele der Bücher wurden aber sehr ähnlich geschrieben und befassten sich mit den gleichen Vorfällen. Wahrscheinlich aus dem Grund der spärlichen Informationen aus dieser Zeit. Ihre Auswertung im Sinne des Findens markanter Unterschiede war also praktisch unmöglich. Sämtliche Autoren gingen wahrscheinlich von den gleichen Quellen aus. Oft unterschieden sie sich nur durch Einzelheiten, die aber für die Aufarbeitung dieses Themas wichtig und wesentlich waren. Trotzdem versuchte ich, die wichtigsten Begebenheiten in der Geschichte des Ordens, hauptsächlich die Gründe seiner Auflösung und den Prozeß, der zur Zerschlagung des Templerordens führte, selbst in gekürzter Form zu beschreiben.

Die Templer gehörten zum Orden, der sich ganz bedeutungsvoll nicht nur in die Geschichte der Europa sondern auch in die Geschichte des Böhmens und Mährens einschrieb. Als Beweise kann ich hier die Stadtwappen einigen tschechischen Städten und Dörfern erwähnen, an denen noch heute die Symbole des Ordens der Templerritter sichtbar sind. Beim Studium und der Analyse der Materialien stellte ich ebenfalls fest, dass viele von den Dörfern und Städten, die in der Nähe meines Wohnortes liegen, eine bestimmte Zeit im Besitz der Templer waren.

Auch heute gibt es immer noch viele Fragen, die durch Geheimnis umhüllt sind, an die wir keine Antwort geben können. Ganz unklar ist das Schicksal des Templerschatzes, dass noch nicht erfunden wurde. Dank der immer wachsenden Neugier der Wissenschaftler, Schriftsteller aber auch der gewöhnlichen Menschen erscheinen in der letzten Zeit viele Publikationen und Zeitungsartikel, die sich nicht nur der Frage des Schatzes sondern auch der ganzen Geschichte des Ordens widmen.

Im Herbst voriges Jahres wurde im Vatikanarchiv eine vergessene Urkunde entdeckt. Diese beschreibt die Stellung, die der Papst Clement V. zu dem ganzen Prozeß mit den Templerrittern nahm. In meiner Arbeit konnte ich also ganz neue Information verwenden, die in keinen von den Büchern, von denen ich die Unterlagen schöpfte, umgefasst war. In den ganzen Prozeß mit den Templern wurde auf diese Weiße ein neues Element getragen, das den Papst aus neuer Sicht sieht.

Nach dem Lesen einiger Bücher über den Templerorden bin ich der Meinung, dass den Hauptanteil der Schuld an der Auflösung des Ordens der Templer der französische König Philipp IV. „der Schöne“ hatte. Wer weiß, wie die Zukunft des Ordens wäre, ohne Philipps Angriff. Noch heute ist die ganze Historie der Templerritter durch den Siegel der Verschweigenheit umhüllt, was die Aufmerksamkeit und Neugier der Menschheit seit undenklichen Zeiten anzieht.

Viele von uns faszinieren Geschichten, wo die Hauptrollen verschiedene Schätze spielen. Es gibt noch heute viele Menschen, die ihr ganzes Leben der Schatzsuche opfern. Aber nur wenige von ihnen interessieren die Schicksale der Leute, die in der Vergangenheit mit den Schätzen auch „etwas zu tun hatten“. Die Macht- und Geldgier vernichtet auch in der heutigen Zeit das Leben von vielen Leuten.

Fachliteratur und Anlagen

Tajné společnosti – Josef Glückselig, Praha, Magnet-Press, 1993 ISBN 80-85434-85-7

Templáři – Ernst Sommer, Praha, Mht, 1994

Tajemství a hříchy rytířů templářského řádu – Jaroslav Šedivý, Praha, Volvox globator, 1999, ISBN 80-7207-217-X

Praha esoterická:průvodce skrytými dějinami města – Jiří Kuchař, Praha, Eminent, 2000, ISBN 80-7281-022-7

Templáři v zemích Koruny české ve světle našich archivnívh pramenů – František Skřivánek, praha, Klub pro českou heraldiku a genealogii, 2003 ISBN 80-902907-5-2

Čejkovice 1248-98 – Libor Ján

Geschichte der Tempelherren in Böhmen und ihres Ordens überhaupt – Joseph Wilhelm Graf, Prag 1825

Záhady historie – Robert Stewart ve spolupráci s Clintem Twistem a Edwardem Hortonem, Albatros 2006 ISBN 80-00-01726-1

Encyklopedie řádů a kongregací v Českých zemích, I.díl, Řády rytířské a křižovníci – Milan M. Buben, Nakladatelství LIBRI, Praha 2002 ISBN 80-7277-085-3

Tajné dějiny Evropy 1 – Bohumil Vurm, Nakladatelství EMINENT, 1998 ISBN 80-85876-68-X

Mystérium Templářů – Louis Charpentier, Argo, 2006 ISBN 80-7203-798-6

Templáři a Asasínové:Nebeští bojovníci – James Wasserman, Praha, BB art, 2004 ISBN 80-7341-150-4

Die Templer:Aufstieg und Untergang 1120-1314 – Alain Demurger, München, Beck, 1991 ISBN 3406523676

Dějiny templářského řádu – Mervyn Sterneck, Praha, Půdorys 2005 ISBN 80-86018-24-5

Osudy zlatých pokladů – Milan Vároš, Praha, Albatros, 1989, 13-806-89

Deutsche Geschichte – Heinrich Pleticha, Bertelsmann Lexikon Verlag in Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH, 1998

Zbraslavská kronika

Toulky českým tajemnem – Aleš Česal, Nakladatelství XYZ,s.r.o., 2006

Dějiny a současnost 1/2007, ročník XXIX

Tajné dějiny zednářských lóží – Michael Borovička, Praha, Ottovo nakladatelství, 2003, ISBN 80-7181-814-1

http://www.feudum.cz/templari.html

http://cs.wikipedia.org

http://www.feudum.cz/view.php

http://www.deutscher-orden.de

http://dziewunt.wz.cz

http://www.land.salzburg.at

http://www.wothanburg.cz/templ.html

http://www.vlkos.cz

http://www.slovácko.cz

http://www.hustopece-city.cz

http://www.neviditelnypes.zppravy.cz/veda/clanky - Vladimír Fárek

http://asv.vatican.va/en/visit/doc/inform.htm

++

 

1 Die Namen der Ritter, die den Orden gründeten sind bei einigen Autoren in einigen Fällen etwa unterschiedlich.

2 Das heutige Tel Aviv

3 Sogn. Malteserritter

4 Verwandte André aus Mondbard

5 Stadt 140km von Paris

6 Der Vorsitzende des Ordens wurde zu dieser Zeit Hugo de Payens

7 Vgl. Alain Demurger, Die Templer, Seite 69

8 Die Regeln des Ordens beeinflussten auch andere geistlichen Ritterorden stark.

9 In den Kriegszeiten verfügten sie über die gleiche Ausrüstung wie die Ritter. Sie hatten auch einen Waffenträger und einen Pferd.

10 Fußbegleitung der Ritter und Sergeanten.

11 Die Schmiede, die Hufschmiede, die Schuster, die Maurer, die Tischler, die Schneide und andere.

12 Ehemaligen Moslems, die zum Christentum konvertierten.

13 Kommandeur der Hilfsabteilungen und des Hafens Akkon, Preceptor

14 Alain Demurger verwendet in seinem Buch noch eine weitere Gliederung des Templervolkes: die societas/die Fratres des Ordens-Kaplane und Krieger; die milites ad terminum-Ritter, die mit dem Orden einen zeitlich begrenzten Vertrag abschließten; confratres-Klosterbrüder; Donats 15 Die gleiche Ausstattung von Pferden hatte auch der Marschall, der die Verantwortung für die Militärischen Operationen hatte.

16 13 Großmeister sind in den Schlachten gefallen

17 Vereinigte die islamische Welt und jagte fast die Kreuzritter aus dem heiligem Land fort.

18 „Die Farbe Rot ist Symbol des von Christus vergossenen Blues, aber auch Symbol des Lebens.“ /vgl. Alain Demurger, Die Templer/

19 „Die Schenkungen strömten nicht gleichmäßig, sondern in Wellen, mit Höhepunkten 1130-1140, 1180-1190 sowie 1210-1220. Ein deutliches Absinken läßt sich in der zweiten Hälfte des 13. Jhr. beobachten: ….. die Niederlassung der Templer im Yonne findet um 1250 ihr Ende, 74 Schenkungs- und Verkaufsurkunden im13. Jhr im Rouergue gegenüber 219 Akten im 12. Jhr., 44 Stiftungen in Huesca bis 1220, 14 von 1220 bis 1274, 23 Schenkungen an Tortosa /Aragón/ von 1160 bis 1220, danach nur noch eine einzige“ / vgl. Alain Demurger, Die Templer, S. 183 /

20„Eine Komturei war erst dann gebildet, wenn die zusammengefaßten Ländereien und Besitztürmer einen Überschuß für das Heilige Land abwarfen. Aber die Komturei sollte auch ein Centrum des Ordenslebens darstellen und in der Lage sein, Einfluß auf eine Region auszuüben und neue Brüder zu gewinnen. / A. Demurger, Die Templer, S. 157 /

21 Am 3. August 1291

22 Am 14. August 1291

23 Heutige Provinz Hatay in der Türkei

24 Äußere Mauern 15m hoch und 6m dick mit 3 rechteckigen Türmen und einer Plattform für die Artillerie auf dem Dach; inneren Mauern 30m hoch und 12m dick mit 2 rechteckigen Türmen- nördlichen und südlichen; Besatzung von bis 4.000 Männern.

25 War aus Béziers gebürtig und Prior von Montfaucon. /vgl. Alain Demurger, Die Templer/

26 Die Zahl der verhaftungen ist schwer abzuschätzen:in Paris gab es 138 Festnahmen. Die päpstliche Kommission, die 1309 die Templer verhörte, zählte 546 Templer, die aus dem ganze Königreich kamen und an etwa 30 Orten in Paris festgehalten wurden. /vgl. Alain Demurger, Die Templer, S. 243/

27 der heutige Franche-Comté

28 nach Wasserman 7, nach Demurger 9

29 Durch Bulle – Ad providam aus dem 2.Mai 1312 bekam den Templerbesitz der Orden der Johanniter.

30 Die Johaniter erscheinen im Böhmischen Königsreich 60 Jahre früher, der Deutsche Orden 30 Jahre früher als die Templer.

31 Der Großmeister war in dieser Zeit Pierre de Montaigna oder sein Nachfolger Armand de Perigord.

32 Sie ließen sich gegenüber der Johaniter auf dem entgegengesetzten Ufer des Flusses Moldau bei der romanischen Kirche st. Vavřinec eine Komturei nieder.

33 Zbraslavská kronika – Seite 76, 77

34 Das Geschlecht Přemyslovců – das Haus der Primisliden- ist nach männlicher Linie ausgestorben.

35 Im Jahre 1292 schenkte die Gräfin Maria von Hardek, Witwe des Heren Ulrichs von Neuhaus und ihr Sohn Ulrich, das Patronatsrecht der bei Prag in rakonizer Kreise liegenden Pfarrkirche zu Stodůlek, den Tempelherren von Uhříněves. Im Jahre 1297 schenkte der fromme Protiva von Daunbrawiz einen Teil seiner Besitzungen an den beiden Ufern des Wassers Beir wahrscheinlich Leipniz und Helfenstein an den Ufern des Beczwa – den Tempelherren. Im Jahre 1297 schenkte Ulrich von Neuhaus den Tempelherren von Czejkovice und Uhříněves ein Gut bei Rudgersschlag in taborer Kreise mit der Bedingung, dass es künftig Neuhof heißen sollte. Dies geschah in Gegenwart des Großpriors Ekko.

/ vgl. J.W.Graf, Geschichte der Tempelherren in Böhmen und……/

36 Raekwitcz

37 Ulrich

38 Popiz

39 Setteinz

40 Vreuntsperge

41 Sohn des Kärtner Herzogs Bernards und Jitka, der Schwester des Königs Wenzels I.

42 Die Zeugen dieser Beschenkung waren Plebán /Pfahrer/ Sigeher aus Podivín, Kastellan Oldřich von Podivín mit seinem Bruder Štěpán, Plebán Wicento von Uherský Brod, Plebán aus Vlkoše und Notar Wiglo / vgl.Libor Ján, Čejkovice 1248-1298 /

43 Eine Legende sagt, dass die Festung eine 24 km lange, unterirdische Gang hatte, die bis in die Slowakische Stadt Skalica führte. Damals sollte hier die berühmte Bernsteinpfad führen.

44 Nach der Auflösung des Ordens wurde sie Besitz des Königs Jan von Luxemburg.

45 Michelsdorf

46 Abt in den Jahren 1282-1283 / vgl. Chronik von Zbraslav /

47 auch Ecko, Echko

48 Lodhéřov. Heute wahrscheinlich das Dorf Nejdek nördlich von Lodhéřov.

49 In der tschechischen Sprache finden wir die Bezeichnung „cúdy“

50 Grundstücke auf beiden Ufern des Flusses Bečva.

51 lat. emfyteusis = Erbpacht / in der tschechischen Sprache finden wir die Bezeichnung „emfyteutický“. Es handelt sich um eine Feudalform der Erbpacht eines Grundstücks entweder für eine Langere Zeit oder auf immer. Sie ist sowohl mit der Dorf- als auch mit der Stadtumgebung des Höchstmittelalter /die Epoche der Kolonisation / verbunden. Für die Vermietung des Bodens verpflichtete sich der Pächter die Angaben regelmäßig zu zahlen und /oder auf einem herrschaftlichen Grundstück zu arbeiten. Die Gebühr oder die bestimmte Arbeit hängte von der Größe der Hufen und plužiny- es gelang mir leider nicht die deutsche Übersetzung dieses Wortes zu finden, ab. Meistens hatte der Pächter das Recht, den Boden mit der Einwilligung der Herrschaft zu verkaufen oder frei zu vermachten. Das Ziel der Emfyteuse war bei den Pächtern Interesse für die Verbesserung der Bedingungen des bebauten Grundstücks zu wecken. Ein wichtiger Faktor war auch die Überweisung der Naturalabgaben auf eine Geldrente, womit die Herrschaft ein regelmäßiges Geldeinkommen erwarb.

52 In der Würde des Großpreceptors zum ersten Mal in den Jahren 1287-1292 belegt.

53 Ländereien in Armenien, Zypern, Apulien, Sizilien.

54 Baltische Stämme

55 Das Gebiet des heutigen Polen und Litauen.

56 Heute Malbork in Polen

57 Heute Kaliningrad, tschechisch Královec

58 Ein typisches begräbnis Leinwand, in dem angeblich der Christus eingehüllt wurde.Eine der wertvollsten Reliquien, die 4,36 m lang und 1,10 m breit ist. Im Jahre 1350 sollte es im Besitz Geoffroy de Charney, Verwandterder eines bedeutenden Templerritters, sein. Die Templer sollten die Inhaber des Leinwandes 150 Jahre sein.

59 ehemalige Templer Großmeister

60 Alain Demurger, Die Templer, Seite 275